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Herbstausfahrt: auf der Suche nach dem Grund fürs kippelige Fahrverhalten.

Yamaha MT-09 im Dauertest Zwischenbilanz nach rund 30.000 Kilometern

Von insgesamt 50.0000 Kilometern hat die Yamaha MT-09 im Dauertest nun rund 30.000 abgespult. In der Zwischenbilanz lesen Sie, wie sie sich bis jetzt geschlagen hat, welche Reifen wir empfehlen, welchen Auspuff, welches Zubehör und welche Maßnahmen in Sachen Fahrwerk.

Sie standen Schlange. Die Tür von Fuhrparkchef Rainer Froberg war belagert, als stünden Apple-Jünger fürs neue iPhone an. Doch es ging „nur“ um ein neues Motorrad: Yamaha hatte mit der MT-09 für günstige 7990 Euro ein knackiges Naked Bike mit bärenstarkem Dreizylinder auf den Markt geworfen. Diese neue Wunderwaffe stieß im Oktober 2013 zum Dauertest-Fuhrpark. Und sofort wollte jeder fahren.

Mit Kilometerstand 520 kam die Yamaha MT-09 nach Stuttgart in die Redaktion, eingefahren hatte sie Yamaha. Gleich zu Beginn wurde der Dreizylinder bei einigen Tests ein­gesetzt, sodass schnell 2100 km auf dem ­Tacho standen. Der dabei strapazierte Serienpneu Bridgestone S20 wurde gegen einen Dunlop Roadsmart 2 getauscht, und die Yamaha erhielt ihre wohlverdiente Erstinspektion. Dann kam der Alltag.

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Spätere MT's im Standard-Modus zahmer

Und auch dort begeisterte der Drilling mit seiner herzerfrischenden Motorcharakteristik. Allerdings mischten sich in die Jubelarien bereits nach kurzer Zeit erste kritische Stimmen. Das hat sicher auch damit zu tun, dass der Alltagsbetrieb im Dauertest etwas anders aussieht als ein typischer Testtag auf der Landstraße. Die Redaktionsräume liegen in Stuttgarts Innenstadt, die Fahrer quälen sich auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause durch Staus oder zähen Stop-and-go-Verkehr. Und dann fallen vorher weniger prominente Schwächen plötzlich mehr ins Gewicht. Etwa die Gasannahme, die schon in Tests als ruppig beschrieben wurde, zumindest im Standard- sowie im schärferen A-Modus. Linderung verspricht der B-Modus, der allerdings auch die Spitzenleistung der Yamaha MT-09 leicht von 115 auf 105 PS kappt. Allerdings nervt es auf Dauer, bei jeder Fahrt, nach jedem Stopp den Modus zu ändern, denn nach dem Einschalten der Zündung ist immer der Standard-Modus drin. Auffällig war, dass im Lauf der Zeit MT-09-Testmaschinen der in die Redaktion kamen, die sich auch im Standard-Modus kooperativer verhielten als die Dauertest-MT-09. Zumal bei der auch noch Spiel im Antriebsstrang, harte Lastwechsel und eine hakige Schaltung zu beklagen waren.

Damit jedoch kein falscher Eindruck entsteht: Kritische Einträge im Fahrtenbuch waren meistens Randnotizen zu Lobeshymnen auf den spritzigen, drehmomentstarken und potenten Dreizylinder der Yamaha MT-09. Der nahm selbst im Winter unter widrigsten Bedingungen die Arbeit auf und sofort Gas an. Die Kupplung trennt im kalten Zustand etwas ruckartig und macht zudem mit leichtem Rupfen und schlechter Dosierbarkeit auf sich aufmerksam. Der Kupplungszug wurde später einmal getauscht.

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Komfortablere Sitzbank des Sondermodells MT-09 SR

Andere Beschwerden betrafen nicht den Motor, sondern den Komfort. Nach rund 4500 km war beispielsweise im Fahrtenbuch zu lesen: „Sitzbank viel zu hart“ und „unbequemer Sitz“. Was lag also näher, als die hauseigene Komfort-Sitzbank zu bestellen? Ein paar Tausend Kilometer später stand fest: Die Komfort-Sitzbank verdient ihren Namen nicht – sie bringt keinen wirklichen Gewinn an Sitzkomfort. Besser gefiel den Testern die Sitzbank des Sondermodells Yamaha MT-09 Street Rally; also wurde die geordert und auf der Dauertestmaschine montiert. Der SR-Sitz ist 25 mm höher und bequemer. Auch hat er nicht die ausgeprägte Sitzmulde der Serienbank und bietet daher mehr Bewegungsfreiheit. Kurzbeinige müssen allerdings mit der größeren Sitzhöhe leben.

Sie verlangt viel Geduld beim Tanken

An der Tankstelle offenbaren sich weitere kleine Ärgernisse. Wer den Tank seiner Yamaha MT-09 wirklich randvoll machen möchte, braucht Zeit: Bereits nach zwölf Litern scheint er voll zu sein, für die letzten zwei Liter benötigt man arg viel Geduld. Doch auch die Tankanzeige hat ihre Macken: Nach rund 150 km signalisiert die Fünf-Balken-Anzeige noch einen vollen Tank, doch dann geht’s progressiv ins Leere. Nach spätestens 230 km beginnt die Restreichweiten-Anzeige zu zählen, ab hier kommt man höchstens noch 40 km weit.

Über die gesamte bisherige Distanz ermittelten die Tester einen Durchschnittsverbrauch von 5,1 Liter/100 km. Das ist nicht sensationell wenig, ein Säufer ist die Yamaha MT-09 aber auch keineswegs. Des Weiteren sind nörgelige Einträge über die pfriemelige Bedienung der beiden kleinen Knöpfe im Cockpit und des billig wirkenden Blinkerschalters im Fahrtenbuch zu finden.

Größte Baustelle ist das Fahrwerk der MT-09

Sicherlich eher Kleinkram, die größte Baustelle ist hingegen das Fahrwerk der Yamaha MT-09. Da geht es einerseits um das eigenwillige Lenkverhalten, andererseits um die schlichten Federelemente. Beginnen wir mit Letzterem. Die Gabel wird sicher keinen Orden für gutes Ansprechverhalten und ordentliche Dämpfungseigenschaften bekommen. Das Losbrechmoment ist ziemlich hoch, der Federungskomfort eher enttäuschend.

Aber im Rahmen eines Dauertests ist ja genügend Zeit und Gelegenheit, für Abhilfe zu sorgen. Die erhoffte sich MOTORRAD von einem Satz progressiv gewickelter Gabelfedern samt 7,5er-Öl vom Spezialisten Wilbers (im Set 158,90 Euro). Nach dieser Maßnahme arbeitet die Gabel der Yamaha MT-09 ein wenig besser, doch der erhoffte Durchbruch war das ganz und gar nicht. Wahrscheinlich hilft hier nur ein aufwendiger und teurer Umbau mittels Cartridge-Kit. Einen solchen Umbau von HH Racetech konnte MOTORRAD bereits einmal kurz Probe fahren (Kompakt-Test in MOTORRAD 24/2014). Der bot auch deutlich mehr Reserven, die gefahrene Kundenmaschine war aber auf speziellen Fahrerwunsch ziemlich straff ausgelegt.

Federbein von YSS für Yamaha MT-09

Eine endgültige, klare Empfehlung für die Gabel kann MOTORRAD nach derzeitigem Stand also noch nicht aussprechen. Hinten sieht die Sache funktionell auch nicht viel besser aus. Das Federbein der Yamaha MT-09 ist serienmäßig ausgesprochen soft abgestimmt, selbst bei zugedrehter Zugstufe lasch. Das gilt besonders bei Soziusbetrieb oder mit Zuladung, dann pumpt die Hinterhand, die Maschine wirkt gautschig. Auch den sportlich angehauchten Fahrern in der Redaktion war das schlaffe Heck ein Dorn im Auge.

Deshalb probierte MOTORRAD zwei Dämpfer aus: Typ 641 von Wilbers und Typ MX 506 330 TRCL von YSS. Beide Federbeine verfügen über einen separaten Ausgleichsbehälter, der am Rahmen befestigt wird. Sie sind sowohl in der Zug- und Druckstufe als auch in der Federbasis verstellbar. Schnelles Austauschen gegen das Original ist jedoch nicht so einfach.

Versierte Schrauber brauchen länger als eine Stunde. Voll überzeugen konnten beide Federbeine im Alltag mit der Yamaha MT-09 allerdings nicht, da sie ­tendenziell straff abgestimmt waren (Grundsetting: Wilbers auf ein Fahrergewicht von 80 kg, YSS auf ein Gewicht zwischen 70 und 90 kg). Vor allem das Wilbers-Federbein sprach hart auf Stöße an, hier war die Dämpfung selbst bei offener Druckstufe zu stark. Charmanter benahm sich hier das Exemplar von YSS: Es sprach besser an und bot mehr Fahrkomfort.

Fünf Reifen für Yamaha MT-09 ausprobiert

Der wohl größte Schwachpunkt neben der harten Gasannahme ist das eigenwillige Lenkverhalten – die Yamaha MT-09 fährt sich, als wäre vorn zu wenig Luft im Reifen. Ständiges Gegenlenken in Kehren und Kurven mit engen Radien ist nötig. Zumindest teilweise eine Frage der Bereifung. MOTORRAD hat insgesamt fünf Reifenpaarungen ausprobiert. Das beste Resultat liefert der Michelin Pilot Road 4, der dann auch sofort bei km-Stand 24.854 montiert wurde. Allerdings: Auch beim Michelin ist das Fahrverhalten stark vom Verschleißzustand abhängig. Nachdem er zurzeit rund 6000 km auf dem Buckel hat und wohl noch für weitere 2000 bis 3000 km gut wäre, ist das oft monierte Eigenlenkverhalten wieder stark spürbar. 

Weitere Auffälligkeiten: Bereits bei 3500 km Laufleistung registrierten Feinhörige ein helles Tickern aus dem Motor der Yamaha MT-09, das merkwürdigerweise immer wieder auftauchte und verschwand. Erst als bei km-Stand 29.756 der Steuerkettenspanner getauscht wurde, verschwand das Nebengeräusch.

Keine Ausfälle, keine Schäden

Im Rahmen dieses Tauschs wurde auch ein neues Mapping aufgespielt, das laut Yamaha mit dem des 2015er-MT-Jahrgangs identisch ist. Damit ist die Gasannahme gegenüber dem 2014er-Mapping im Standard-Modus weniger aggressiv. Perfekt lief die Testmaschine damit aber immer noch nicht. Diesbezüglich muss eine relativ große Serienstreuung existieren, denn bei anderen von Testern gefahrenen Yamaha MT-09 war die Gasannahme teilweise erheblich besser als bei der MOTORRAD-Dauertestmaschine.

Doch schließen wir diese Zwischenbilanz mit positiven Nachrichten ab: Es gab bisher keine Ausfälle, keine Schäden, keine außerplanmäßigen Reparaturen. Die Yamaha MT-09 spulte mit hoher Zuverlässigkeit und bisher problemlos ihre Kilometer ab. Obwohl die anfängliche Begeisterung ein wenig nachließ, ist die MT-09 trotz der beschriebenen Schwächen ein solides Motorrad, das in erster Linie von der begeisternden Leistungscharakteristik des herzerfrischenden Dreizylinders lebt. Und sie bietet ein hervorragendes Spaß-Leistungs-Verhältnis, kaum ein Motorrad auf dem Markt offeriert für 7990 Euro aktuell so viel Spaß.

Auspuff für die Yamaha MT-09

Akrapovic Racing Line

Während die Werksangaben des Herstellers sich mit dem MOTORRAD-Resultat decken (minus 2,3 kg und rauer Racing-Sound), bleiben die versprochenen fünf PS Mehrleistung jedoch irgendwo auf der Strecke. Die Akrapovic-Komplettanlage aus Titan mit Kat (1287 Euro) liefert in keinem Bereich mehr Leistung als die Serienanlage der Yamaha MT-09, klingt aber schauriger, ohne aufdringlich zu sein, und ist gegenüber dem „Brotkasten“ wertiger und schöner. Bezug: www.gpproducts.eu

IXIL SX1

Die Edelstahl-Komplettanlage liefert in der homologierten Version mit StVO-konformem db-Eater leider nur ein maues Ergebnis und bleibt bis auf den geänderten Sound (sehr moderat pfeifend-fauchend) weit hinter den Leistungen der Serienanlage zurück. Sicher, sie ist ein Kilogramm leichter (7,4 kg statt 8,4 kg) und hat ein anderes Design, doch ansonsten spricht alles für den Beibehalt der Serienanlage der Yamaha MT-09. Die 799 Euro teure IXIL SX1 ist im gut sortierten Fachhandel erhältlich.

Zubehör für die Yamaha MT-09

Touringscheibe
Im Gegensatz zur Racingscheibe vermindert der montierte, in sieben Positionen verstellbare Spoiler entstehende Turbulenzen. Die 139,95 Euro teure Touringscheibe von MRA ist ein echter Tipp für alle Langstreckenfahrer. Sie ist in zwei Tönungen erhältlich und kann easy montiert werden. Menschen bis 1,85 Meter waren zufrieden, größere beklagten Turbulenzen.

Racingscheibe
Ebenfalls von MRA, soll die 380 mm lange Scheibe der Yamaha MT-09 einen sportlichen Charakter verleihen. Was sie auch tut. Zwar entlastet sie den Oberkörper spürbar, doch sie produziert ab 80 km/h starke Luftverwirbelungen, die vor allem im Helmbereich unangenehm sind. Die in drei Farbtönungen erhältliche Scheibe kostet 95,90 Euro. Erhältlich im Fachhandel oder bei www.mra.de

LSL-Sturzpad
Eine gute Idee vom Spezialisten LSL aus Krefeld: Die Sturzpads für die Yamaha MT-09 werden mit einer zweiteiligen Halteplatte montiert. Die Teile sind einzeln erhältlich. So muss im Falle eines Crashs nur das notwendige Bauteil ersetzt werden. Der Spaß kostet 109,95 Euro und kann auch von Menschen mit zwei linken Händen angebaut werden. Erhältlich im Zubehörhandel oder bei www.lsl.eu

Yamaha-Softbag
Das hauseigene System ist nicht schlecht: Über einen Reißverschluss können beide Softbags von je 14 auf 21 Liter Volumen erweitert werden. Der An- und Abbau ist in knapp einer Minute erledigt. Kosten: 199,95 Euro (Taschen) plus 109,95 (Halter). Regenhauben sind im Lieferumfang dabei. Einziger Wermutstropfen: Die Reißverschlüsse haken durch Schmutzeinwirkung. 

Wilbers-Federbein
Das Federbein Typ 641 (699 Euro, erhältlich unter www.wilbers.de) wurde vom Werk auf ein Fahrergewicht von 80 kg abgestimmt. Dieses Grundsetting entpuppte sich jedoch im Alltagsbetrieb unter diversen Fahrern als zu straff. Selbst bei völlig offener Druck- und Zugstufe waren sowohl Ansprechverhalten als auch Dämpfung nicht optimal, aber immer noch besser als das völlig unterdämpfte Serienteil der Yamaha MT-09.

YSS-Federbein 
Günstige Alternative: Das 589 Euro teure MX 506 330 TRCL von YSS (erhältlich bei www.so-pruducts.com) hinterließ im Dauertest der Yamaha MT-09 einen guten Eindruck, es sprach in der Standard-Abstimmung (70 bis 90 kg Fahrer) besser an als der Wilbers-Dämpfer. ­Allerdings lassen sich dann die Yamaha-Softbags (oben) wegen des Ausgleichsbehälters nur mit ein paar Tricks befestigen (Abstandshülsen, längere Schrauben).

Die Sitzbank-Frage
Einige Fahrer klagten über mangelnden Komfort. Aus diesem Grund wurde zuerst die Yamaha-Komfortsitzbank (289,95 Euro) ausprobiert. Das Resultat ist ernüchternd: Der Sitzkomfort ist hier nicht besser als bei dem Serienpendant. Erst die Sitzbank des Modells Yamaha MT-09 Street Rally (225 Euro) verbesserte den Sitzkomfort spürbar. Allerdings vergrößert sich dabei die Sitzhöhe um 25 mm.

Reifen-Empfehlung für die Yamaha MT-09

Bridgestone S20 „M“
Das Fahrverhalten über den gesamten Schräglagenbereich ist nicht ganz neutral. Zuerst kann leicht eingelenkt werden, dann wirkt die Yamaha MT-09 kippelig. Der verschleißfreudige S20 ist nicht überdurchschnittlich handlich, hat aber auch kein Shimmy. Bei Nässe überzeugt der Erstausrüstungsreifen durch gute Haftung bei ordentlicher Rückmeldung.

Continental Road Attack 2 Evo
Agil, handlich, lenkpräzise – der Road Attack 2 deckt einen weiten Bereich für die Landstraße ab. Dabei liefert er genügend Haftung, bis die Fußrasten aufsetzen der Yamaha MT-09, und hat bereits im kalten Zustand gute Rückmeldung. Leider ist er sehr verschleißfreudig. Die Nasshaftung ist okay, auch wenn Michelin, Bridgestone und Pirelli hier besser abschneiden.

Dunlop Sportsmart 2
Der sehr sportliche Reifen braucht länger, um auf Temperatur zu kommen, haftet dann jedoch ordentlich. Er agiert neutraler als der S20, hat aber größeres Aufstellmoment. Die Nasshaftung ist nur durchschnittlich und schlechter als beim S20. Vorzüge wie hohe Stabilität und Haftung in Schräglage werden bereits durch die früh aufsetzenden Rasten der Yamaha MT-09 begrenzt.     

Metzeler M7RR
Der M7RR entwickelt schneller eine gute Rückmeldung als der Dunlop. Der Metzeler glänzt durch Handlichkeit und lenkt sehr präzise. Das kippelige Einlenkverhalten der Yamaha MT-09 ist weitaus geringer als mit der Serienbereifung. Leichtes Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage. Dafür ist die Nasshaftung nur durchschnittlich und liegt hinter S20 und Sportsmart 2.

Michelin Pilot Road 4
Handlichkeit und Lenkpräzision sind wie beim Conti sehr gut, die Rückmeldung sogar noch besser. Selbst wenn die Rasten der Yamaha MT-09 schleifen, ist die Reifen-Haftgrenze nicht erreicht. Seine Haftung bei Nässe ist herausragend, und auch beim Verschleiß überzeugt der Michelin. Allerdings nimmt das leichtfüßige Lenkverhalten nach halber Laufleistung spürbar ab.

Fahrer-Meinungen über die Yamaha MT-09

Gert Thöle, Testche: „Zaubern kann Yamaha auch nicht“

Mehr Motor fürs Geld bietet kaum ein anderes Motorrad. Mehr Fahrwerk wäre ein Traum. Das ist ein wenig schade. Die lasche Federung nachträglich zu korrigieren, geht ins Geld. Zaubern kann auch Yamaha nicht: An der Ausstattung und an den Anbauteilen spürt man deutlich den Kostendruck. Die Verarbeitung ist nicht gerade allererste Sahne. Zwar viele hübsche Aluteile, aber nach einem Jahr auch schon ein bisschen Rost in den Ecken.

Harald Humke, Geschäftsführender Redakteur: „Völlig anders als erwartet“

Aus meiner Sicht ist die Yamaha MT-09 ein ungezähmtes, junges Wildpferd. Das hatte ich bei den heutigen Möglichkeiten der Motorabstimmung völlig anders erwartet. Für die Rennstrecke vielleicht noch akzeptabel, sind die aggressive Gasannahme und die Lastwechselreaktionen für ein modernes Motorrad nicht akzeptabel. Ohne ständiges Regulieren mit der Kupplung ist Fahren im engen Stadtverkehr oder auf nassen Straßen kaum möglich.

Johannes Müller, Testredakteur: „Es wird ganz warm ums Herz“

Die Yamaha MT-09 bleibt weiterhin ein heißer Tipp als bezahlbare Landstraßen-Fräse. Der Motor hat nichts von seiner Faszination eingebüßt, drückt und dreht, dass einem ganz warm ums Herz wird. Nein, sie ist nicht perfekt, und nein, die bisherige Dauertest-Distanz ist nicht ganz spurlos an ihr vorübergegangen. In puncto Preis-Leis­tung steht sie für mich immer noch ganz vorne. Mit den richtigen Reifen und ein wenig Fahrwerkstuning einfach klasse!

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