Dauertest-Abschlussbilanz BMW F 800 S Sie küssten und sie schlugen sie
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BMW F 800 S
Mit Spannung erwartet: Wie gut schlägt sich die BMW F 800 S über die 50 000 Kilometer?
Foto: mps-Fotostudio
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Für ihre Allroundqualitäten wurde die BMW F 800 S während des Dauertests geliebt. Für ihre Geräuschkulisse gescholten. Und was kam nach dem Zerlegen? Liebe oder Hiebe?
BMW, das heißt Zweizylinder. Logisch, dass für den Einstieg in die Mittelklasse auch nur ein Twin in Frage kam. Da jedoch gingen die Bayern einen ganz neuen Weg. Wasserkühlung, Reihenmotor, Ölbadkupplung und Schwenkpleuel statt Ausgleichswellen. Deutlicher könnte die Abgrenzung zum Boxer-Konzept nicht sein. Wobei der Parallel-Twin mit seiner kompakteren Bauweise und der höheren Leistungsausbeute gegenüber dem Boxer handfeste Vorteile für sich verbucht.
Immerhin: Der Gleichläufer klingt zumindest ein wenig nach Boxer. Allerdings nicht nur aus dem Auspuff, sondern auch rein mechanisch. "Das Getriebe hält maximal 20000 Kilometer. Sonst: tolles Moped." Einer der ersten Einträge, die sich im Fahrtenbuch unserer roten Dauertest-F 800 finden. Und der ziemlich trefflich beschreibt, in welchem Spannungsfeld sich die F 800 von Beginn an befand: einerseits gescholten für die Geräuschentwicklung, andererseits äußerst geschätzt für ihre Unkompliziertheit und Zuverlässigkeit als Begleiterin durch Dick und Dünn.
In den Dolomiten hat sich ihr gutmütiges Fahrwerk und der sparsame, kräftige Motor bewährt.
Foto: Humke
Dass sie sich bis zur Zwischenbilanz bei 25237 Kilometern (MOTORRAD 12/2007) keinen außerplanmäßigen Boxenstopp genehmigte, machte sie, insbesondere nachdem sie mit einem Satz Hepco & Becker-Koffer bestückt worden war, zum beliebten Reise-Stuhl in der Redaktion. Denn mit einem Verbrauch von im Schnitt 4,8 Litern auf 100 Kilometer, der sich auch locker auf rund vier Liter drücken ließ, und mit ihrem 16-Liter-Tank gab sie einen ebenso genügsamen wie ausdauernden Lastesel.
In Verbindung mit dem wohl ausbalancierten Fahrwerk und den nahezu narrensicheren Fahreigenschaften heimste die komfortable BMW von allen Seiten mächtig Lob ein. Weckte mit der spritzigen Motorcharakteristik und der feinen Balance allerdings auch den sportlichen Tatendrang in so manchem Redakteur. Wofür die Federelemente, vor allem die Gabel, aber einfach zu lasch gedämpft sind. Eine Investition in hochwertigere Fahrwerkskomponenten ist durchaus sinnvoll.
Das Problem der geräuschvollen Gang- und herben Lastwechsel hat sich dagegen nach einer kostlosen Umrüstaktion weitgehend erledigt: Bei Kilometerstand 22074 tauschte die Werkstatt Kupplung und Antriebsritzel mit Ruckdämpfer.