Dauertest-Abschlussbilanz Suzuki M 1800 R: Power auf Dauer?
Die Mischung machts bei der 1800er-Intruder: martialisches Design und archaische Fahreigenschaften. Der großvolumige V2 ist leistungsstark, drehfreudig und kurzhubig. Aber auch haltbar?
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Suzuki Intruder M 1800 R
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Wenn Waagen ächzen: Satte 112 Kilogramm wiegt das 1783-cm3-V2-Herz der Suzuki Intruder M 1800 R – frisch herausoperiert nach dem Dauertest über 50000 Kilometer. Allein die Kurbelwelle bringt inklusive Pleuel 21,7 Kilogramm auf die Waage. Der Trumm von einem Motor steckt voll moderner Technik: insgesamt jeweils vier Drosselklappen, Zündkerzen und Nockenwellen. Der 54-Grad-V-Zwo prahlt mit den größten Kolben im Serienmotorradbau. Sie messen 112 Millimeter, stemmen laut Werksangabe 125 PS und 160 Newtonmeter. Eine echte Ansage. Aber ist der Motor auch für die Ewigkeit gebaut?
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In Dienst gestellt wurde die 1800er am 25. September 2006. Nach 13309 Kilometern verlor sie auf der Autobahn eine der beiden Ölablass-Schrauben. Die Folge: eine vermeidbare Panne samt Abschleppen. Doch die äußere Begutachtung des Motors ergab keine Folgeschäden. Zunächst jedenfalls nicht. Nach 32280 Kilometern trennte die Kupplung nicht mehr, ein Weiterfahren war unmöglich. Panne Nummer zwei – wieder ein Fall für die Werkstatt. Die Diagnose? Lediglich die Zentralmutter auf dem Kupplungskorb war abvibriert. Sie wurde nach Suzuki-Empfehlung mit einem höheren Drehmoment wieder angezogen, zusätzlich verklebt, und gut wars. Viele Monde wie Meilen später (km-Stand 41299) versagte die Kupplung erneut ihren Dienst. Ein Pfennigartikel, die blecherne Haltelasche des Seilzugs am Motor war gebrochen. Kleine Ursache, große Wirkung. Panne mit Stillstand Nummer drei. Was Suzuki erneut als Garantiefall abwickelte.
Generell war die Kraftübertragung des Sieben-Zentner-Schlachtschiffs immer für eine Überraschung gut. Hart und ultra-direkt nimmt der V-Zwo Gas an, aus dem Schiebebetrieb heraus macht die 1800er einen heftigen Satz nach vorn. Eintrag im Fahrtenbuch: „Da wird die Karre zum Springbock.“ Selbst das Anfahren ist mühsam, weil die Kupplung rupfend greift und schlecht zu dosieren ist. Vielleicht spielt dabei eine Rolle, dass sie die einzige Suzuki-Kupplung ist, die mit Kurbelwellendrehzahl rotiert. „Getriebe ist nur unter starker Geräuschentwicklung vom ersten in den zweiten Gang zu schalten, auch kracht der erste beim Einlegen recht kräftig“, notierte Redakteur Ralf Schneider dazu. Apropos Geräuschkulisse: An und für sich bietet die Sumo-Suzi ein tolles Klangerlebnis. Ihr tiefes Wummern, das von ganz unten aus dem Maschinenraum dringt, erinnert an einen Schaufelraddampfer. Dazu gesellt sich ein rhythmisches Schnorcheln aus der Airbox und ein bassiges Grummeln aus den beiden übereinander gestapelten Endschalldämpfern. Ehrlich herrlich. Doch nach gut 40000 Kilometern kamen beunruhigende Geräusche hinzu: „Klopfen, Klappern und Hämmern“, wie es im Fahrtenbuch hieß.