09.05.2007 Von: Stefan Glück Erschienen in: 11/2007
MOTORRAD

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Fahrbericht Gilera Fuoco 500
Feuriger Elias


In diesem Artikel: Gilera Fuoco

Die im Slogan genannte Bezeichnung für alte Dampflokomotiven passt gut zum neuesten Modell aus dem Hause Gilera, dem Fuoco 500. Und auch optisch gibt’s Ähnlichkeiten, schwankt die Front des »feurigen« 500er doch irgendwo zwischen Quad und dem mit einer Bullbar bestückten alten Dampfross.

Konzeptionell baut das Gilera-Dreirad auf dem MP3 von Piaggio auf. Für den Einsatz im Fuoco wurde der Antrieb komplett überarbeitet und hat mit nunmehr 493 statt bislang 460 cm3 hinreichend Druck im Kessel. Hauptziel der Überarbeitung war jedoch ein satter Drehmomentverlauf, weswegen die Leistung nahezu gleich geblieben ist. Die aufwendige Morderradkonstruktion mit den beiden über eine trickreiche Mechanik miteinander gekoppelten Einarmschwingen ist mit der des MP3 identisch. Das straff abgestimmte Fahrwerk wird mit den 38 PS spielend fertig.

Wie ein normales Einspurfahrzeug umrundet dieses Dreirad Kurven in Schräglage und würde im Stand umfallen, wenn der Pilot nicht die Füße auf den Boden stellt. Wem das zu unbequem ist, der kann mittels eines Schalters im Cockpit bei hinreichend geringer Geschwindigkeit die Verschränkungsmöglichkeit der beiden Vorderräder blockieren, worauf der Fuoco 500 in der Senkrechten bleibt. Selbst Dreirad-Neulinge können spätestens an der zweiten Ampel die Füße auf dem Trittbrett lassen – so einfach funktioniert’s. Beim Losfahren löst sich die Blockade stets selbständig.

In Fahrt lenkt sich der Fuoco bei niedrigem Tempo nicht so träge und teigig wie der MP3. Wobei er nicht verleugnen kann, dass an der Vorderhand jede Menge bewegter Teile und somit Gewicht in Bewegung sind. Die ausladende Mechanik braucht natürlich Platz, weswegen Fuß- und Beinraum eingeschränkt sind.

Ansonsten lässt es sich aushalten auf dem Gefährt. Die Bank bietet genügend Komfort, das Helmfach darunter ist überraschend voluminös, und für Transportgut gibt es einen stabilen Gepäckträger. Das Cockpit ist übersichtlich und informativ, und die Verkleidungsscheibe niedrig genug, um nicht allzu viel Geräusch zu machen. Ganz im Gegensatz zum Antrieb. Laut Gilera wurde großer Wert auf einen sonoren Auspuffklang gelegt, was zweifelsfrei erreicht wurde.

Da man mit einem Dreirad im Straßenbild auf jeden Fall auffällt, erst recht mit dem eigenwillig gestylten Fuoco, könnte der 500er zum Flaniereisen mutieren. Wem’s gefällt: Für zirka 7600 Euro wird er ab Ende Mai beim Händler stehen.

Weitere Informationen:

Technische Daten Gilera Fuoco 500



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