Fahrbericht Moto GuzziPfadfinder: Moto Guzzi Stelvio
Moto Guzzis Version einer großen Reise-Enduro steht in den Startlöchern und soll den traditionsbewussten Italienern einen Weg in dieses Segment ebnen. MOTORRAD sammelte erste Fahreindrücke am Comer See.
In diesem Artikel:
Moto Guzzi Stelvio
Es ist einer von diesen Tagen, an denen dichter Nieselregen wie eine Decke zwischen den Bergen um den Comer See hängt. Sicht 50 Meter, zwei Grad über null. In einem überdachten Teil des Guzzi-Werksgeländes in Mandello del Lario harrt eine der wenigen Vorserienmaschinen der neuen Stelvio auf ihrem Hauptständer. Der ist serienmäßig. Gut so. Überhaupt, gespart hat man nicht bei Moto Guzzi: schimmernde Stahlflexleitungen für Bremsanlage und hydraulische Kupplung, beide Handhebel verstellbar, konifizierter Alu-Lenker, Einarmschwinge, Multifunktionsdisplay, radial verschraubte Vierkolben-Bremssättel, integrierte Kofferhalter, höhenverstellbares Windschild, schwarz eloxierte Alu-Felgen mit Speichen und natürlich der obligatorische Kardan samt Momentabstützung zumindest in Sachen Ausstattung kann die Stelvio der Konkurrenz die Stirn bieten. Als Antrieb dient der Vierventilmotor aus der Griso 8V, dessen Spitzenleistung zugunsten eines besseren Drehmomentverlaufs etwas gekappt wurde. Darüber hinaus ist der Motor an drei Stellen mit dem Rahmen verschraubt, in der Griso kommt er mit einer Doppelbefestigung aus.
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Daten Moto Guzzi StelvioVor dem Starten erlebt man erst einmal eine Überraschung. Auf beiden Seiten ist die Schaltereinheit völlig neu gestaltet und etwas gewöhnungsbedürftig zu bedienen. Der rote Starterknopf wird über einen Wippmechanismus aktiviert und dient gleichzeitig als Notaus-Schalter. Die Stelvio springt auf den ersten Knopfdruck an, schüttelt sich im Leerlauf aber immer noch charaktervoll wie zu Zweiventil-Zeiten, lässt den Lenker bei jeder Kurbelwellenumdrehung so wunderbar und unnachahmlich hin und her zappeln. Jeder Gasstoß wird mit sonorem Gebrabbel aus dem riesigen Aluminium-Schalldämpfer beantwortet. Ein wohliges Geräusch, das auch beim Fahren rüberkommt und die Sinne belebt. Beim Eintippen des ersten Gangs trifft der Fuß meist unbeabsichtigt auf den herausragenden Nippel des Seitenständers. Die Kupplungsbetätigung erfordert die ganze Handkraft, nix mit zwei Fingern und so. Na ja, abgehakt als Unterarm-Training. Grüne Ampel, los gehts in die Berge.
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