Sport: Krauser 80 GPDie Grand Prix-Gewinnerin der 80er-Klasse
Den letzten Grand Prix der 80er-Klasse gewinnt 1989 eine Krauser; eine der rund 50 Privat-Maschinen, die diese Klasse über ihre sechs Saisons getragen haben. Den WM-Titel erlangt jedoch Derbi-Fahrer Manuel Herreros, der in dieser Saison kein einziges Rennen gewonnen hat.
Krauser-Werksfahrer Peter Öttl hat in der Saison 1989 nach drei Siegen den 80er-WM-Titel vor Augen, als er beim letzten Lauf in Brünn zwei Runden vor dem Ziel stürzt. Das Rennen entscheidet der 22-jährige Baske Francisco "Herri" Torrontegui für sich. Schon seit der Spanier das Eröffnungsrennen der Saison im spanischen Jerez auf seiner neuen Krauser überzeugend gewonnen und im folgenden Lauf nach einem heftigen Zweikampf mit Öttl den dritten Rang eingefahren hat, ist die bestehende Ordnung in der Zwergen-Klasse gehörig durcheinandergewirbelt.
Ein weiterer dritter Platz in Hockenheim beweist Torronteguis Können; zu Saisonmitte liegt er in Führung. Doch kurz darauf stirbt seine Hoffnung auf den WM-Titel: In den beiden folgenden Läufen in Jugoslawien und Belgien streikt seine Kröber-Zündung, nachdem die Nickel-Cadmium-Batterie ausgefallen ist. Erst zum Saisonfinale in Brünn betritt er dank des Akkus aus seinem Fahrerlager-Roller wieder den Ring und dominiert das Rennen vom Start bis ins Ziel. Der vierte WM-Rang ist der karge Lohn für sechs Rennen, von denen er zwei gewinnen konnte.
Der knappe Ausgang der letzten Grand-Prix-Saison der 80er-Klasse hebt nicht nur Torronteguis fahrerisches Talent hervor, das sich viel zu lange hinter Geldmangel und einer Serie konkurrenzloser Motorräder verbergen musste. Es beschreibt auch den bis zum bitteren Ende dieser Klasse ausgefochtenen Wettkampf der Privatiers in der 80er-Weltmeisterschaft. Für die 1989er-Saison konnte das "Herri Racing Team" dank großzügiger Sponsoren zwei neue Krauser-Rennmaschinen in Standard-Ausführung kaufen. Nur so war der aufwendige Grand-Prix-Einsatz mit eigenem Team möglich. In seiner Heimatregion interessierten sich deutlich weniger Menschen für Motorradrennen als im übrigen Spanien. Darum benötigte Torrentegui etwas länger, um das WM-Niveau zu erreichen. Aber 1989 sollte sich einiges ändern.
Die Krauser, auf welcher der Spanier im letzten Rennen der 80-cm³-Klasse in Brünn zum Sieg fuhr, bestand in ihren Grundzügen aus einer sieben Jahre alten Konstruktion. 1983 begann ihr Leben als Zündapp, auf der Hubert Abold die Europameisterschaft gewann. Als die bayerische Firma 1984 Bankrott anmeldete, rettete Mike Krauser die Überreste aus dem Werks-Rennstall. Er arbeitete eng mit Motoren-Tuner Herbert Rittberger zusammen, der für Zündapp bereits den Aufbau der 80er vorangetrieben und die kleine Maschine konsequent weiterentwickelt hatte. 1984 holte Werksfahrer Stefan Dörflinger den ersten WM-Titel in der neu geschaffenen 80-cm³-Klasse. Im Jahr darauf wiederholte er seinen Erfolg, trotz wachsender Konkurrenz durch Derbi. Sein Motorrad hieß inzwischen "Krauser".
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