27.11.2001 Von: Eva Breutel
MOTORRAD

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Bimota-Verkauf per Versteigerung
Wer bietet mehr?

Vorhang auf zum nächsten Akt: Die italienische Nobel-Motorradschmiede Bimota, seit 5. März dieses Jahres offiziell in Konkurs, wird Anfang Dezember versteigert. Wer vier Millionen Mark (ca. 2,04 Millionen Euro) übrig hat, kann mitbieten, denn so hoch setzte das Konkursgericht in Rimini die verbliebenen Werte an. Die da wären: am Firmensitz von Bimota in der Via Giaccaglia im Süden Riminis insgesamt 34 halbfertige sowie 72 komplette Motorräder, von der Tesi aus dem Jahr 1992 bis hin zu drei Prototypen des Superbike-Renners SB 8 K, außerdem Produktionsanlagen, Werkzeuge und Möbel. In der Bimota-Dependance in Predappio bei Forlì stehen weitere 143 Motorräder, die meisten davon vom Typ 500 Vdue, des technisch engagierten Zweizylinder-Zweitakters, der die Firma aufgrund der zahlreichen technischen Probleme endgültig ins Aus manövrierte. Und dann ist da noch der Markenname Bimota, der ebenfalls zur Konkursmasse gehört.


Versteigert wird im Paket, einzelne Motorräder zu erwerben, ist nicht möglich. Die Gebote, mindestens vier Milliarden Lire (rund vier Millionen Mark), müssen bis zum 3. Dezember um 13 Uhr in einem geschlossenen und versiegelten Umschlag beim Konkursgericht abgegeben werden, zusammen mit einem Scheck über zunächst 400 Millionen Lire (400 000 Mark/204 516 Euro); der Rest der Kaufsumme muss dann innerhalb von 90 Tagen beglichen werden. Am 4. Dezember um zehn Uhr öffnet das Konkursgericht die Umschläge, den Zuschlag bekommt der Interessent mit dem höchsten Gebot.


Kleine italienische Spezialität: Vor Ort können Nachgebote abgegeben werden, dazu ist es aber nötig, dass sich die Bieter am 4. Dezember persönlich einfinden, und zwar im Raum Nummer fünf im dritten Stock des Gerichtsgebäudes in Rimini. Die Konkursverwalterin Claudia Bazzotti hofft, »dass wir zwei oder drei Gebote bekommen. Und wenn wir Glück haben, nimmt der Käufer sogar die Produktion wieder auf.« Das scheint durchaus wahrscheinlich, denn unter den Interessenten befindet sich Bob Smith, der langjährige Bimota-Importeur in den USA, der die Marke auf jeden Fall wiederbeleben will, sollte er den Zuschlag bekommen (MOTORRAD online berichtete).

Auch der deutsche Bimota-Importeur Dieter Könemann ist im Gespräch mit interessierten Investoren. Insider vermuten, dass Francesco Tognon, letzter Bimota-Geschäftsführer, mit frischen Kapital ebenfalls ein Gebot abgeben wird. Hartnäckig hält sich außerdem das Gerücht, dass Massimo Tamburini, einer der drei Bimota-Gründer, versuchen wird, seine alte Firma zurückzukaufen.

Selbst interessiert? Weitere Details zur Bimota-Versteigerung gibt es bei der Konkursverwalterin Claudia Barzotti, Telefon 00 39/05 41/77 77 70, Fax 00 39/05 41/77 75 60, oder per E-Mail. Die freundliche Juristin hilft auch ausländischen Bietern weiter. Und die haben diese Unterstützung nötig: Auktionsgebote müssen in Italien nämlich auf gestempelten Behördenpapier abgegeben werden – und das gibt's nur in Italien zu kaufen.





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