125er-Champion

Die Zahlen sprechen für sich: Bei dreizehn von vierzehn 125er-Motocross-WM-Läufen der Saison 2001 saßen die Sieger auf KTM. Kein Wunder, gelten die Achtelliter-Renner aus Mattighofen in ihrer Klasse als das Maß aller Dinge – auch in der Serienversion. Dennoch: Sicher ist sicher, sagten sich die KTM-Techniker und verpassten dem Untersatz von Weltmeister James Dobb eine zusätzliche Kräftigungskur. Zuerst fällt das Motorgehäuse auf. Statt im Spritzguss wird das Gehäuse von Dobbs Flitzer im Sandguss-Verfahren hergestellt. Diese aufwendige Lösung, die eine neue und teure Gussform nötig macht, sorgt für stabilere und damit weniger schwingende Gehäusewände und erlaubt auch Modifikationen am Einlasstrakt. Vergaser und Membranblock sind bei der Werksmaschine in strömungsgünstigerer Linie angebracht als beim Serienmodell. Die Zündung ist programmierbar und lässt das Aggregat bis 13 500/min drehen. Die Kühler fassen 30 Prozent mehr, und auch der Tank bunkert 8,2 statt den 7,5 Litern des Standardmodells. Das Fahrwerk wurde ebenfalls überarbeitet. Ein Rahmen mit einem steileren Lenkkopfwinkel sowie ein reduzierter Gabelbrückenversatz bringen Handlichkeit, ein federleichtes Heck aus Titanrohren, gefrästen Gabelbrücken aus Magnesium (oben) und Alu (unten) schinden Gewicht. Werksfederlemente von White Power sind ohnehin selbstverständlich.Der Eindruck im Sattel: Die Titelträgerin geht wie die Pest. Gewaltiger Druck aus dem Drehzahlkeller, kerniger Biss in der Mitte und gewaltige Drehfreude lassen die Konkurrenz erblassen. Die Federung mag Mister Dobb recht hart. Ordentlich Druck auf den Rasten bedarf´s auf Beschleunigungswellen, dafür verlieren selbst die schärfsten Kanten und extreme Landungen ihre Schrecken. Bremsen? Erstklassig. Verständlich, schließlich soll allein der Brembo-Bremssattel der Vorderradbremse aus Beryllium den halben Neupreis einer Serienmaschine kosten.

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