250er-Weltmeister

Noch vor wenigen Jahren hieß es, Mickael Pichon bilde sich ein, er könne nur auf einer Honda siegen. Seinen ersten WM-Titel hat der sensible Franzose dieses Jahr in der 250er-Klasse auf Suzuki geholt.Wobei die Werksmaschine Pichons – wie übrigens die meisten der aktuellen GP-Renner – ihrem Serienpendant technisch erstaunlich nahe stehen. Wichtigste Änderungen: Werksfederelemente von Kayaba, größerer, insgesamt zehn Liter fassender Alutank, größere Bremsscheibe (270 Millimeter) im Vorderrad, programmierbare Zündung, Auslasssteuerung und Getriebe entstammen der Vorserie 2002.Und wie fährt sich die RM? Zunächst fällt der hohe, weit vorn angebrachte Lenker auf. Typisch Pichon, der Franzose ist bekannt dafür, weit nach vorn gelehnt auf seiner Maschine zu agieren. Dann besticht der Punch der Gelben in den unteren Drehzahlen. Ob am Start oder beim Beschleunigen aus engen Kehren, Pichons Suzuki macht es ihrem Reiter einfach, schnell zu sein. Nicht von ungefähr gilt der Franzose als Blitzstarter. Selbst ohne Kupplungseinsatz zieht die 250er an wie der Yen-Kurs vor Jahresfrist. Und wer das Spiel mit dem steten Finger an der Kupplung beherrscht, der sollte im wahrsten Sinn des Wortes gut gefasst sein, wenn die Gelbe loslegt. In den oberen Drehzahlen lässt die Suzuki dennoch nicht locker. Gänge ausdrehen, auf kurzen Zwischengeraden einmal weniger schalten, beides verkraftet die Suzi lässig. Fahrwerksmäßig ist umso mehr Sportlichkeit angesagt. Ganz kleine Unebenheiten schlucken Gabel und Federbein etwas unwillig. Dafür sind die Reserven gegen Ende des Federwegs gigantisch. Selbst zu weit gesprungene Table-Tops lassen bei der Landung auf der Ebene die Kayaba-Elemente nur sanft an den Endanschlägen anklopfen. Äußerst bestimmt dagegen sind Mickaels WM-Auftritte. Der neue Champion holte auf der Werks-250er diese Saison immerhin zehn von 14 möglichen Laufsiegen.

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