Aller guten Dinge sind zwei?

Foto: Jahn
Es ist vermutlich ein in der Motorradgeschichte einmaliger Vorgang: Da baut ein Hersteller sein Einstiegsmodell komplett um, hängt statt eines Einzylinders einen Twin mit rund 150 Kubikzentimetern mehr Hubraum in ein völlig neues Fahrwerk – und nennt das Kind weiterhin beim alten Namen. Nun, wie dem auch sei: Entscheidend ist ja, was hinten rauskommt. Zumal größer und stärker ja nicht zwangsläufig besser bedeuten muss und die alte F 650 GS über Jahre ein echtes Erfolgsmodell war.

Doch die neue F 650 ist besser, und zwar in praktisch allen Belangen. Exemplarisch dafür mögen die Fahrleistungen (unten rechts) stehen, bei denen die Neue der Alten nach allen Regeln der Kunst einschenkt und dieses nicht einmal mit einem deutlich gestiegenen Benzinverbrauch bestraft.

Aber es geht nicht nur um Hubraum und Leistung. In der 1000-Punkte-Wertung setzt sich die neue F 650 GS mit rund 100 Punkten von ihrer Vorgängerin ab. Sie gewinnt das Motorenkapitel (103 zu 137 Punkte) auch ohne Berücksichtigung der Fahrleistungen deutlich. Sie setzt sich in Sachen Fahrwerk mit 176 zu 136 Punkten uneinholbar ab, wobei sie vor allem bei den Kriterien "Stabilität in Kurven" sowie "Lenkverhalten" brilliert, und sammelt selbst im Alltag durch ihre im Fall der Testmaschine reichhaltigere Ausstattung und die hohe Zuladung deutlich mehr Punkte als der Single. Dass sie zum Schluss selbst hinsichtlich der Kosten den Anschluss nicht verliert, macht die Sache rund. Und die Zweizylinder-F 650, die eigentlich eine 800er ist, zur würdigen Nachfolgerin.

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