Alles frisch? Die LC 4 Enduro mit neuen Outfit

»Nicht nur ein überarbeitetes, ein völlig neues Motorrad!« Mit markigen Worten präsentierte KTM auf der Insel Elba die neue LC 4 Enduro. Das Plastikkleid wurde von dem Designer Gerald Kiska gezeichnet, der sich mit Hingabe Details wie Rücklicht oder Tankverschluß widmete. Die interessanteste Neuheit versteckt sich jedoch unter dem Plastik: Dort arbeitet zwar der gewohnte LC 4-Motor mit Ausgleichswelle, E-Starter und nun 623 cm³, jetzt aber versorgt durch einen Mikuni-Gleichdruckvergaser mit Flachschieber aus Kunststoff. Der soll dem rauhen Single bessere Manieren anerziehen. Das gelingt ihm auch vorzüglich. Der Motor läuft entschieden weicher, die Übergänge zwischen Schiebebetrieb und Gasaufziehen sind flüssiger. Seltsamerweise vibriert das Triebwerk der Präsentations-Enduro dazu noch deutlich weniger als die 640er Motoren der Duke und Adventure. Wenn sich diese Qualitäten auf die Serie übertragen lassen, muß der LC 4 eine stark verbesserte Alltagstauglichkeit bescheinigt werden. Zumal die negativen Auswirkungen von Gleichdruckvergasern, nämlich Verschlucken bei Sprüngen oder starken Wellen, auch bei zügiger Fahrweise im Gelände nicht auftraten. Das Fahrverhalten hat sich wenig verändert: Die Extreme-Gabel verhilft der Vorderpartie zu mehr Steifigkeit und Präzision. Immer noch schiebt die LC 4 im Gelände ein bißchen über das Vorderrad, zumal sich durch den langen Tank wenig Druck auf die Gabel bringen läßt. Was gibt es sonst neues aus Österreich? Die glücklose LSE ist ad acta gelegt. Der Duke 640, leider mit Dellorto-Vergaser, dürfte Konkurrenz aus dem eigenen Haus das Leben schwer machen: Die 620 Super Moto, eine mit 17-Zoll-Rädern umgebbaute Competition, wirkt spritziger, das Heizen auf kleinen Straßen macht deutlich mehr Spaß. Mit eisigem Schweigen reagieren die KTM-Mannen auf Fragen nach der Zukunft. Der V-Motor, den Rotax liefern soll, scheint eher in weite Ferne gerückt. Über den neuen, kleinen Sportmotor läßt sich den Technikern ebenfalls kein Sterbenswörtchen entlocken. Nach Informationen von MOTORRAD soll aber bereits im kommenden Frühjahr ein Wettbewerbsmodell á la Yamaha 400 F vorgestellt werden: Hubraum zwischen 400 und 500 cm³, viel Leistung, hohe Drehzahlen, zwei Nockenwellen, Fahrwerk der Zweitakt-Crosser mit direkter PDS-Hinterradfederung und Upside-down-Gabel.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote