Alles schon mal dagewesen

Schwingenlänge und Kettenzug beeinflussen maßgeblich die Traktion und das Verhalten der Hinterradfederung. Dabei gilt: Je länger die Schwinge, desto mehr Traktion, je geringer die Änderung des Kettenzugs im Lauf der Federbewegung, desto unbelasteter, sprich sensibler kann die Federung arbeiten. Schon früh versuchten deshalb findige Köpfe durch die koaxiale Auslegung von Schwingen- und Ritzeldrehpunkt dem Ideal nahe zu kommen.

Bei der bloßen Verringerung des Einflusses des Kettenzugs beließ es im Jahr 1976 Offroad-Edel-Tuner Fritz Kramer in den nach ihm benannten Kramer-Maico. Ein Doppelritzel auf der Schwingenachse, das dem eigentlichen Sekundärantrieb einen zweiten, kurzen Kettentrieb vorschaltete, ermöglichte eine konstante Kettenspannung über den gesamten Arbeitsweg der Hinterradschwinge. Nach mäßigen Resultaten wurde die Konstruktion nach wenigen Einsätzen wieder verworfen.Ein Jahr später, 1977, verlängerten italienische Tüftler bei einem 125er-Crosser die Schwinge und legten deren Drehpunkt mittels eines Hilfsrahmens auf Höhe der Getriebeabtriebswelle. Die so genannte Wafner 125 blieb ein Einzelstück.Erstmals in Serie ging ein derartiges Konzept in einer Straßenmaschine, der ebenfalls 1977 vorgestellten Bimota SB2. Nach wenigen Jahren verschwand die sehr breit bauende Rahmenkonstruktion allerdings wieder in der Versenkung.

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