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Beta-Sportenduros im Test-Kompakt Happy Birthday Florentinerinnen!

Glückwunsch: Beta feiert den Einstieg in den Sportenduro-Markt – zum zehnten Mal. Die Preise aller Modelle (Zweitakter ab 7.779 Euro, Viertakter ab 8.879 Euro) bleiben gegenüber diesem Jahr unverändert.

Die Geburtstagsüberraschung fiel aus. Sie hätte auch gar nicht zum bodenständigen Familienbetrieb aus der Toskana gepasst. Denn zehn Jahre ist es her, seit sich der Trial-Maschinen-Spezialist in das hart umkämpfte Segment der Sportenduros vorgewagt hatte. Zunächst mit Einbaumotoren von KTM, ab dem Jahr 2010 mit hauseigenen Motoren. Und vor allem: mit Erfolg. Insgesamt 3000 verkaufte Maschinen pro Jahr bringen die Sportenduro-Palette im firmeninternen Wettlauf mittlerweile auf Augenhöhe mit dem Trial-Modellprogramm (siehe auch Interview).

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Und weil zudem erst im aktuellen Modelljahr noch ein ganz neuer Zweitakt­motor den Frontalangriff abrundete, durften die Mannen aus der Nähe von Florenz für den 2014er-Jahrgang durchatmen. ­Lediglich etwas Feintuning peppt die rot-weißen Bikes für die kommende Saison auf. Was aber nichts an deren grundsätzlicher Ausrichtung ändert. Sprich: Mit feinem Ansprechverhalten und nach wie vor komfortabler Abstimmung der Sachs-Federelemente lassen sich die Florentinerinnen höchst konditionsschonend und mit viel Traktion über unwirtliches Terrain prügeln.

Dazu passend: die Motoren. Mit betont sanftem Ansprechverhalten ackern sich die Viertakt-Singles unspektakulär, aber effi­zient durchs Grobe. Ob der Grund des Sanft­muts zwischen Luftfilter und Einlassventilen liegt? Als einer von wenigen Herstellern setzt Beta nämlich bei allen Triebwerken noch auf die legendären Keihin-Flachschiebervergaser an­statt einer Einspritzung. Wie dem auch sei. Während die kinderleicht beherrschba­ren kleineren Hubraum-Ver­sionen (350/400 cm³) vor allem Hobbypilo­ten das Leben einfach machen, bietet die Hubraum-Oberschicht (450/498 cm³) gerade Könnern den idealen Kompromiss. Die Kombination aus gut beherrschbarem Antritt, exzellenter Laufkultur und ausreichend Power wird selbst Profis begeistern. Die Kalkulatoren der Beta-Buchhaltung auch. Die Preise aller Modelle (Zweitakter ab 7.779 Euro, Viertakter ab 8.879 Euro) bleiben gegenüber diesem Jahr unverändert. Vielleicht doch eine Geburtstagsüberraschung.

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Das ist neu

Alle Modelle: Gabel erhält härtere Druckstufendämpfung; Federbein erhält härtere Feder (5,4 kg/mm statt 5,2 kg/mm) und straffere Zugstufen- dämpfung; Rahmen verstärkt; Kotflügel vorn stabiler; Sitzbank zweifarbig

Alle Viertakt-Modelle (Beta RR 4T 350/400/450/498):

  • Ausgleichswelle überarbeitet
  • Schaltmechanik zugunsten weicherer Betätigung geändert


Alle Zweitakt-Modelle (Beta RR 2T 250/300):

  • Kontrollschraube für Motorölstand
  • Abdichtung der Auslasssteuerung verbessert

Interview Frank Schröder

Foto: Hersteller

Beta-Exportleiter Frank Schröder (54) zur Entwicklung des Offroad-Maschinen-Herstellers aus der Toskana.

MOTORRAD: Wie wird man als Deutscher Exportleiter in einem italienischen Fami­lienbetrieb?

Schröder: Ich importierte 19 Jahre lang Beta-Motorräder nach Deutschland. Als die Italiener 2003 den internationalen Vertrieb selbst übernahmen, bekam ich von den Eigentümern, der Familie Bianchi, die Stelle des weltweiten Exportmanagers angeboten. Seitdem arbeite ich im Werk bei Florenz.

MOTORRAD: Beta galt als Spezialist für Trialer. Hat die Ausweitung des Modellprogramms auf Sportenduros Früchte getragen?

Schröder: Ganz klar: ja. Die Enduros haben zahlenmäßig mit den Trialern gleichgezogen. Wir verkaufen von beiden Linien jeweils 3000 Maschinen pro Jahr. Dazu kommen noch je 3000 Softenduros und Mopeds.

MOTORRAD: Ist diese Stückzahl profitabel?

Schröder: Ja. Außerdem setzen wir auf Wachstum. Von 120 Mitarbeitern arbeitet ein Drittel in der Entwicklungsabteilung.

MOTORRAD: Und konstruieren dort auch eigene Motoren. Das ist bei Firmen dieser Größe nicht üblich.

Schröder: Das mag sein, deshalb sind wir auch stolz darauf. Die gesamte Modellpalette stammt aus unserer Feder und entspricht unseren Qualitätsstandards.

MOTORRAD: Das ist – mit Verlaub – für einen italienischen Hersteller ein schwaches Verkaufsargument.

Schröder: Wir legen nordeuropäische Maßstäbe an. Unsere Trialer zählen seit Jahrzehnten zu den qualitativ besten der Branche, die Enduros mittlerweile auch. Internet-Foren bestätigen das.

MOTORRAD: Und wohin geht die weitere Entwicklung bei Beta? In Richtung Straße?

Schröder: Nein, wir sehen im Offroad-Segment noch genug Potenzial.

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