Erschienen in: 24/ 2015 MOTORRAD

Fahrbericht BMW C 650 Sport und GT

Stadt, Land, Fluss

BMW präsentiert im spanischen Valencia die Weiterentwicklung ihrer Premium-Maxiscooter C 650 Sport und C 650 GT. Fahrspaß nicht ausgeschlossen.

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BMW C 650 Sport.

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2 Seiten Fahrbericht
aus MOTORRAD 24/2015
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Die Vorteile eines Maxiscooters mit den Fahreigenschaften eines Motorrades zu verbinden, das ist der selbst gesteckte Anspruch der C-Baureihe von BMW. Das hat schon bei der Markteinführung im Jahr 2012 geklappt – wie jeder, der mit C 600 Sport und dem technisch identischen Schwestermodell C 600 GT einmal unterwegs war, bekunden wird. Viel Stauraum, wendiges Handling, ordentlicher Wetterschutz, dazu Bremsen, Motor und Fahrwerk auf dem Niveau eines Motorrades der unteren Mittelklasse. Schön. Nur, es gab da einige Härchen in der Suppe. Das späte Einkuppeln des stufenlosen CVT-Getriebes beim Ampelstart machte den C 600 zum gefundenen Fressen für motivierte Scooterpiloten auch mit deutlich weniger Power. Blechern scheppernder Sound aus dem kompakten Endschalldämpfer sowie das stellenweise etwas billig wirkende Plastikkleid versprühten nicht gerade Premium-Flair. Schließlich verlief der Dauertest unseres blauen C 600 Sport bis zur vorzeitigen Exmatrikulation seitens BMW bei rund 30.000 Kilometern, nun ja, holprig.

Schade eigentlich, aber Schnee von gestern. Wasser im Fluss. Denn die Bayern haben konsequent weiterentwickelt und das Ergebnis zeigt, dass man die Kritik ernst genommen hat. Weiterhin sind beide Modelle technisch gleich. Der BMW C 650 GT verfügt über mehr Verkleidung, mehr Stauraum, mehr Platz und Komfort auch für zwei Personen und 12 Kilogramm mehr Speck.

Dynamischer, besonders in puncto Sitzposition, mit 249 Kilo (Werksangabe) allerdings ebenfalls nicht gerade leichtgewichtig, kommt der neu gezeichnete BMW C 650 Sport daher. Unter der schnittigen Karosserie beider liegt weiterhin der kräftige 647-Kubik-Zweizylinder mit 90 Grad Hubzapfenversatz und satten 60 PS. Das CVT-Getriebe aber wurde mittels geänderter Rollen, Federn, Kupplungsbeläge und Übersetzung völlig überarbeitet.

Kernkompetenzen liegen bei Stadt und Alltag

Damit ziehen BMW C 650 Sport und GT endlich auch premium-mäßig aus Spitzkehren und von der Ampel weg. Oben heraus hatten schon die Vorgänger im Scooter-Segment kaum Konkurrenz, Autobahnetappen schüttelt besonders der üppig verkleidete GT mit elektrisch verstellbarem Windschild locker und komfortabel aus dem Ärmel. Fahrwerksseitig wurde die Federrate jeweils um zehn Prozent verringert, das ergibt einen guten Kompromiss aus Komfort und Stabilität. Die Gabeln sprechen sensibel an und dämpfen geschmeidig, sodass es sich gerade auf dem BMW C 650 Sport auch über Land ziemlich frech durch die Kurven swingt. Gute Schräglagenfreiheit, niedriger Schwerpunkt, kräftige Bremsen mit tollem ABS, ausreichend Schub – man fühlt sich wie auf einem Asphalt-Jetski. Fahreigenschaften eines Motorrads? Anders und doch verdammt nah dran.

Trotzdem, die Kernkompetenzen auch eines Maxi-Scooters liegen in Stadt und Alltag. Zwei Helme finden im 60-Liter-Stau-fach des BMW C 650 GT ohnehin Platz, beim BMW C 650 Sport lässt sich durch Ausklappen des cleveren „flexcase“ der Stauraum im Stand ebenfalls so erweitern, dass zwei Integralhelme hineinpassen. Als Neuheit verfügt der C 650 GT optional über den „side view assist“, der mittels Ultraschallsensorik den Verkehrsraum abtastet und per Warnsignal im Spiegelausleger ein Fahrzeug im toten Winkel signalisert. Zwar warnt das System eher etwas zu häufig, im hektischen Innenstadtverkehr allerdings kann das durchaus helfen, einen Unfall zu verhindern.

Maxi-Scooter sind keine Schnäppchen

Praktisch: Der Seitenständer aktiviert weiterhin eine Parkbremse, die Handschuhfächer verriegeln nun automatisch. Nachgebessert haben die Entwickler auch beim Motorsound: Das nervige Plärren gehört der Vergangenheit an, aus dem größeren Auspuff klingen die beiden BMW C 650 jetzt sonor und dezent. Alles eitel Sonnenschein also? Weitgehend. Lediglich die hohe Sitzposition besonders beim Sport macht klein Gewachsenen Mühe. Niedrige Sitzbänke sind zwar erhältlich, aber hohes Gewicht und hoher Durchstieg schränken die Einsteigertauglichkeit schon ein wenig ein.

Und dann wäre da natürlich noch der Preis. Rund 11.500 Euro ruft BMW auf. Mit dem sinnvollen Highline-Paket, welches unter anderem beheizbare Griffe und Sitzheizung beinhaltet, ist die 12000er-Marke geknackt. Ganz schön heftig. Maxi-Scooter sind, verglichen mit leistungmäßig ebenbürtigen Motorrädern, eben kein Schnäppchen, nicht nur bei BMW. Unbestreitbar ist aber die im Vergleich zu den Vorgängern „deutlich gesteigerte Produktsubstanz“, wie das im Marketingsprech heißt. In harschem Klartext formuliert: BMW C 650 Sport und GT sind jetzt ohne Einschränkung das, was sie von Anfang an hätten sein sollen.

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11.11.2015 |  Artikel drucken | Senden | Kommentar

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