Bock auf Freiheit BMW K 1200 LT

Magazin-
Redakteur Michael Orth über die wahren Vorzüge des EHKS

Die neue K 1200 LT, so haben es die Damen und Herren Werbetexter von BMW geschrieben, trage einen »mit Luxus in die Freiheit«. Sie werde »höchsten Ansprüchen an souveränes Fahren« gerecht. Das stimmt natürlich. Aber es stimmt doch nur zur Hälfte! Denn irgendwann kommt man ja an in der Freiheit und will sich dort vielleicht ein bisschen die Füße vertreten oder muss nach langer, luxuriöser Fahrt einfach nur mal auf die Toilette. Ja und dann? Dann kommt man halt nicht umhin, seine LT, zulässiges Gesamtgewicht: 600 Kilogramm, abzustellen.
So konnte es bislang passieren, dass einem
alle Souveränität schlagartig flöten ging. Jetzt nicht mehr. Wo die eigenen Kräfte versagen, hilft
ab sofort EHKS, das »elektrohydraulische Kippständersystem« der K 1200 LT: »Das Motorrad kann selbst unter voller Zuladung mit Sozius im Sitzen auf Knopfdruck automatisch aufgebockt werden.« So werden sich die LT-Piloten künftig also den Ständer elektrohydraulisch ausfahren lassen können.
Absehbar, dass es da wieder welche gibt, die
sich darüber lustig machen werden. Aber: Über so was zu lachen wäre dumm. So dumm, wie es immer ist, über Leute zu lachen, die sich helfen lassen, weil sie sich ihre Schwäche eingestehen können. Denn dazu muss man mental stark sein. Womöglich stärker als die, die es vielleicht ohne Unterstützung schaffen, dieses Motorrad auf den Hauptständer zu ziehen. Mit EHKS diese Stärke in jedem einzelnen LT-Kunden in Serie zu fördern kann BMW gar nicht hoch genug angerechnet werden. Eine Innovation von immenser Tragweite. Denn mehr noch als die Zweiradtechnik bringt das System die zutiefst menschliche Erkenntnis von der eigenen Beschränktheit voran. Wenn auch nur unter LT-Fahrern.

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