Prototyp schon gefahren Buell Typhon vom Pegasus Race Team

Der griechischen Mythologie nach war der Typhon ein garstiges Monster und Vater zerstörerischer Winde - der Taifune. Die Buell Typhon könnte sich zum echten Wirbelsturm entwickeln.

Foto: teamfotografie.de

Der kommt allerdings nicht aus East Troy. Jens Krüper und sein Pegasus Race Team (www.pegasusraceteam.com), die sich seit mehr als zehn Jahren mit kühnen und auch im Rennsport erfolgreichen Buell-Umbauten einen Namen gemacht haben, stellen diesen V2-Kracher auf die Räder.

Ziel war es, das Potenzial der ebenso barocken wie glücklosen Buell 1125 R freizulegen und in einem auf maximalen Fahrspaß ausgelegten Naked Bike münden zu lassen. Derzeit befindet sich das Projekt in der Endphase der Erprobung, die Serienfertigung der Straßenversion soll noch in diesem Jahr anlaufen. Doch bereits der Prototyp, den MOTORRAD exklusiv fahren konnte, zeigte, dass man auf äußerst reiches sportliches Potenzial gestoßen sein muss. Obwohl noch auf Testfahrer Harald Kitsch - ein Hüne von 192 cm und knapp 100 kg - und damit äußerst straff abgestimmt und mit gewaltiger Sitzhöhe versehen, hinterließ der Donnerbolzen tiefen Eindruck.

Unfassbar - besonders wenn man das eher kapriziöse Fahrverhalten der Serien-Buell kennt - mit welcher Leichtigkeit und Gier die (oder der?) Typhon die hinterhältig engen Schikanen des Lausitzrings verschlang. Wie locker sie sich von einer Schräglage in die nächste schnippen ließ, dürfte so manchem 1000er-Superbike die Schamröte auf die Verkleidungsnase treiben. Welch enge Linien die Buell beim Herausbeschleunigen halten kann und wie viel Traktion sie am Hinterrad für herzhaftes Aufreißen der Drosselklappen bereithält, zeigt, dass Krüper und seine Mannen bis jetzt ganze Arbeit geleistet haben.

Die beinhaltet aber auch massive Eingriffe ins Serienfahrwerk. Den ultrasteilen Lenkkopfwinkel entschärfen gefräste Einsätze, die die Gabel ein Grad flacher stellen. Schwinge und damit Radstand wurden um 50 Millimeter verlängert, der Endantrieb auf Kette umgebaut. Showa-Big-Piston-Fork und ein holländisches AST-Federbein flankieren den Fahrwerksumbau. Ein echter Hingucker sind die nach vorne verlegten und um den vorderen Zylinder herum modellierten Kühler, womit die pausbäckige 1125 R-Optik entschlackt und gestrafft wird. Famos setzte sich auch der von M-TeK überarbeitete Motor in Szene. CNC-bearbeitete Zylinderköpfe entlocken ihm mit rund 145 gut zehn zusätzliche PS am Hinterrad, deutlich mehr Drehfreude und ein sehr breites nutzbares Band. Von fünf bis 11000/min marschierte der Rotax-Twin wuchtig voran. Klasse!

Das soll sich laut Krüper auch mit straßenlegalem Auspuff nicht ändern. Denn dieses Konzept gehört auf die Straße. Dort wäre es sicher ein unangenehmer Gegner für Superduke & Co. Geplant sind zunächst verschiedene Umbaukits. Einer soll Kühler, Seitenverkleidung und Kiel umfassen. Einer Gabelbrücken und Lampenumbau. Ein dritter Tankhaube, Sitzbank und Heckrahmen. Auch verschiedene Tuningstufen mit legalem Auspuff sind geplant. Und da East Troy brachliegt, denkt man sogar über eine Serienfertigung in Deutschland nach. Wir sind jedenfalls schon ziemlich heiß auf den Fahrtermin der Straßenversion.

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