Can-Am Spyder F3 Limited im Kompakttest Dreirad mit Triple

Fühlt sich an wie eine Kombination aus Go-Kart und Cabrio und man sitzt darauf ähnlich wie auf einem Quad. Motorrad stellt den Can-Am Spyder F3 vor.

Er ist schon näher dran am Porsche 911er als am Renault Twingo. Genau genommen aber auch nicht weit weg von einer Honda CBR 500. Ein Can-Am Spyder F3 Limited schafft den Sprint von null auf hundert in 4,8 Sekunden. „Wow!“, denken sich Autofahrer, „Ganz okay!“, sagen die Zweirad-Fanatiker. Ein Spyder fühlt sich an wie eine Kombination aus Gokart und Cabrio, die Sitzposition ähnelt der eines Quads.

Die ungewöhnliche Konstruktion mit nur einem Hinterreifen bei zwei Vorderrädern stammt übrigens ursprünglich von einem Schneemobil. Can-Am gehört zum kanadischen Hersteller Bombardier Recreational Products (BRP), der unter anderem eben solche baut. Doch nicht nur das: Bereits seit 1970 gehört der Motorenhersteller Rotax zu BRP. Der bisher in den Spyder-Modellen verbaute V2 wurde letztes Jahr von einem Dreizylinder-Reihenmotor mit 1330 Kubikzentimeter Hubraum abgelöst.

Schon der Start des Can-Am Spyder F3 Limited sorgt für viel Aufsehen. Mit kehliger Stimme erwacht der Triple lautstark zum Leben. Das ist nicht nur Show, wie ein Blick auf die technischen Daten zeigt. Das Triebwerk leistet immerhin 115 PS und bis zu 130 Newtonmeter. Kraft allerdings, die man aus Sicht eines Motorradfahrers bei einem Trockengewicht von 430 Kilogramm gebrauchen kann. Ebenso wie Muckis in den Armen. Obwohl man es locker von Madrid bis Magdeburg in dem super bequemen Sessel aushalten würde, braucht man für den flotten Strich einen starken Piloten am Lenker.

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Quer aus dem Eck schießen und feine Drifts hinlegen

Auf den ersten Metern fällt auf, dass die Traktions- und Stabilitätskontrolle nun später eingreift als bei den Vorgänger-Modellen. Mit dosiertem Zug am Gasgriff kann man so quer aus dem Eck schießen und feine Drifts hinlegen. Wer es jedoch übertreibt, wird sicher von der Elektronik eingebremst. Gleiches gilt für den Kurveneingang. Wer mit zu viel Speed auf die Kurve zuschießt, bekommt es mit einem harsch einsetzenden ESP zu tun. Die Sachs-Federelemente machen dabei einen guten Job, sorgen mit straffer Abstimmung und tollem Ansprechverhalten für bestmöglichen Fahrbahnkontakt.

Der Can-Am Spyder F3 Limited ist trotz guter Beschleunigungswerte und der serienmäßigen Halbautomatik nix für Raser. Dazu passt auch, dass der Motor erst ab 4000 Umdrehungen druckvollen Vortrieb liefert. In Kombination mit der langen Übersetzung muss man das Sechsganggetriebe häufig bemühen, will man flott vom Fleck kommen. Ein Spyder taugt eben besser für freiluftliebende Reiselustige. Entsprechend liest sich die Ausstattungsliste: 78 Liter Stauvolumen inklusive der beiden integrierten Hartschalenkoffer, Handschuhfach, Griffheizung, schicke Felgen, getönte Windschutzscheibe, Tempomat und eine kräftige Soundanlage mit vier Lautsprechern. Allerdings vermisst man im fein auflösenden Farbdisplay des Cockpits eine Verbrauchs- und Restreichweiten-Anzeige. Der gut verarbeitete und technisch durchdachte Spyder F3 Limited startet preislich bei 26299 Euro. Das Basismodell, der F3-T, kostet immerhin noch 24599 Euro. Sicher kein Schnäppchen und doch ein Garant für gute Laune und Frischluft.rki

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