Das neue Yamaha-ABS im Bremsentest

Als MOTORRAD in Heft 18/2007 im Rahmen des großen Tourer-Vergleichstests die Verzögerungswerte der Yamaha FJR 1300 ermittelte, war der Schock groß. Mit Sozius beladen kam der Supertourer aus 100 km/h erst nach 52,7 Metern zum Stehen. Die Konkurrenz aus München legte mit 41,3 Metern die Messlatte (Honda Pan European 42,4 Meter, Kawa 1400 GTR 46,3 Meter). Ab sofort sollen eine drei- statt zweistufige Bremsdruck-Regelung und neue Raddrehzahlsensoren das Problem beseitigen. Tatsächlich verbesserten sich bei den Landstraßentests die Regelfrequenzen, das Pulsieren im Bremshebel und -pedal sowie die maximale Verzögerung deutlich. Letztere allerdings nur, wenn vorne und hinten richtig zugelangt wird. Wer sich in Notsituationen allein auf die Vorderradbremse verlässt, ist verlassen. Was natürlich auch damit zusammenhängt, dass durch die hinterradlastige Gewichtsverteilung des Tourers und den langen Radstand von 1515 Millimetern das Hinterrad stark verzögert werden muss, um die maximale Bremskraft auf den Asphalt zu bringen.
Objektive Klarheit brachten die abschließenden MOTORRAD-Bremsmessungen. Der bislang kritische Bremsweg mit Sozius aus 100 km/h verkürzte sich beim 2008er-Modell um über sieben, im Solobetrieb um gut vier Meter. Damit schließt die 2008er-Yamaha FJR 1300 in Sachen Regelqualität und Verzögerung zum Mittelfeld der starken Tourer-Konkurrenz auf.

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