Der Irrtum

Der Irrtum

Die lange Entwicklungsgeschichte der MZ 1000 S ist auch die Geschichte eines Irrtums. Denn kurz nachdem auf der Münchner Messe Intermot im September 2000 der neue Sporttourer präsentiert und der Verkaufsstart für den Jahreswechsel 2001/2002 prognostiziert wurde, fiel in Zschopau eine folgenschwere Entscheidung: Der ehemals als Antrieb vorgesehene Swissauto/Weber-Zweizylinder mit 750 cm3 und einer obenliegenden Nockenwelle konnte trotz mehrjähriger Entwicklung, trotz zahlreicher Modifikationen und einer Hubraumerweiterung (siehe auch MOTORRAD 13/2000) die Ansprüche nicht erfüllen. Ein komplett neues, in Eigenregie zu entwickelndes Triebwerk musste her.Schon im Mai 2001 lief der neue Motor, weiter-hin ein Zweizylinder-Viertakter mit vier Ventilen pro Zylinder, nun aber mit 999 cm3 und zwei obenliegenden Nockenwellen, auf dem Prüfstand. Optisch nahezu unverändert, präsentierte sich die MZ 1000 S auf dem Mailänder Salon, der Produktionsstart verschob sich auf das Frühjahr 2002. Dann war es wieder still rund um Zschopau.Nächstes Lebenszeichen von MZ dann im Mai 2002. Anlässlich einer Testfahrt auf dem Sachsenring traf die MOTORRAD- auf die MZ-Mannschaft, die mit einem Prototypen Versuchsfahrten unternahm (MOTORRAD 12/2002). Gleichzeitig liefen, so erklärte man damals, Abstimmungsfahrten mit stark modifiziertem Zylinderkopf. Diese Änderungen seien tief greifend und würden zu beträchtlichen Verzögerungen des Projekts führen. Noch im Jahr 2002 würden jedoch die ersten Maschinen bei den Händlern stehen.Daraus wurde bekanntlich nichts. Bis MOTORRAD im Sommer 2003 die erste Vorserien-MZ 1000 S (16/2003) und jetzt das Präsentationsmodell fahren konnte.

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