Der Quattrovalvole-Motor

Grafik: IMM
Mit dem Quattrovalvole-Motor steigt Guzzi wieder in die Vierventiltechnik ein. Der 1151 cm³ große, immer noch luft/ölgekühlte Zweizylinder debütierte bereits letztes Jahr in der Griso 8V. Schon damals offenbarte der MOTORRAD-Prüfstand einen deutlichen Drehmomenteinbruch zwischen 3000 und 5000/min. In der Stelvio ist diese Drehmomentschlappe trotz anderer Steuerzeiten und etwas geringerer Spitzenleistung sogar noch deutlicher.

Im Vergleich zum altehrwürdigen 1100er-Zweiventil-Motor mit unten liegender Nockenwelle und Stoßstangen-Technik blieb kaum ein Bauteil unangetastet. Das Gehäuse des 63,8 Kilogramm wiegenden Motors geriet voluminöser, um der langhubigeren, trotzdem aber leichteren Kurbelwelle Platz zu bieten. Der Hubraumzuwachs wird außerdem durch drei Millimeter größere Bohrungen realisiert. Die oben liegenden Nockenwellen werden auf der Rückseite des Motors über Stirnräder und Kette betätigt. Vorn treibt ein Riemen die hoch thronende Lichtmaschine an. Kipphebel betätigen die jeweils vier Ventile. Diese fallen mit einem Schaftdurchmesser von nur fünf Millimetern besonders filigran aus, um hohe Drehzahlen zu ermöglichen. Die thermisch stärker beanspruchten Auslassventile werden über zwei Bohrungen zusätzlich mit kühlendem Öl versorgt – ebenso wie die Kolbenböden, auf die über Spritzdüsen zusätzlich Schmierstoff geleitet wird. Um dies zu gewährleisten, sind zwei Koaxial-Ölpumpen verbaut, die mit 25 Liter Förderleistung pro Minute den Wärmehaushalt des 90-Grad-Riesen in gesunden Grenzen halten sollen. In diesem Zusammenhang wurden die Ölkanäle im Kurbelgehäuse so verlegt, dass sie möglichst weit weg von den Hitze abstrahlenden Krümmern verlaufen.

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