Die fünf Serien-Supersportler im Vergleich

Die Zulassungszahlen sprechen eine Sprache für sich. Die 1000er-Klasse
ist im Supersport-Segment die klare Nummer eins. Auch wenn die kleinen, handlichen und agilen 600er unterm Strich für den durchschnittlich begabten Knieschleifer die besseren, weil handzahmen Renner sind, geht der Trend
eindeutig zu den Superbikes. Warum? Wohl in erster Linie deshalb, weil Drehmoment und Durchzug im Straßen-
betrieb durch nichts zu ersetzen sind, schon gar nicht durch fünfstellige
Drehzahlen, wie sie die 600er-Motoren benötigen, um hurtig übers Land zu
fliegen. Dazu kommt, dass die großen 1000er in Sachen Gewicht und Handling nur noch wenig schlechter dastehen
als die rund zehn Kilogramm leichteren 600er-Supersportler.
Beim großen MOTORRAD-Vergleichs-
test in Heft 6 und 7/2005 lagen die vier Japaner so dicht beisammen wie selten zuvor. Dabei hat jedes Superbike seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter. Die Suzuki als Testsieger mit der von
allen großen GSX-R Modellen gewohnten Souveränität in Sachen Motorleistung und Fahrstabilität, die 2005 durch das superbe Handling des neuen, noch leichteren Chassis und den bärenstarken Antrieb gekrönt wurde.
Yamahas YZF-R1 ist und bleibt für
den Landstraßenbetrieb die Favoritin, weil sich bei ihr Komfort und Sport-
lichkeit die Waage halten. Der geschmeidige Fünfventilmotor stellt genügend Durchzugskraft bereit und stiebt mit
einer glühenden Drehfreude davon, wenn es sein muss.
Komfort? Alltag? Ausgewogenheit?
Kriterien, die die Kawasaki-Konstrukteure nicht besonders interessieren. Die Grünen setzen mit ihrer ZX-10R gnadenlos auf Racing, alles andere hat sich
diesem Ziel unterzuordnen, weshalb die Ninja auch mit der besten Rundenzeit bei der Rennstreckenwertung aufwartet.
Für Honda war das Lastenheft gänzlich anders gestaltet. Fahrbarkeit vor schierer Kraft, Sicherheit vor zerbrechlichem Leichtbau. Solch ehrenwerte Tugenden tragen jedoch nicht dazu bei, einen Testsieger im Supersport-Segment zu manifestieren. Zumal das Testexemplar zu allem Übel auch noch mit einem heftigen Gabelflattern beim Bremsen ärgerte.
Und die MV? Hat sich auf der Piste
wacker geschlagen, im Alltag verloren. So, wie ihr Schöpfer es vorgesehen hatte.

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