Schon gefahren: Quadro 350 D Der Quadro 350 D im Test

Der Piaggio MP3 hat die Rollerwelt gründlich umgekrempelt. Mit dem Dreirad-Roller Quadro 350 D tritt endlich ein Konkurrent auf den Plan.

Anzeige
Foto: Hersteller

Die technischen Unterschiede  ganz zu Anfang: Der Piaggio MP3 federt mit zwei einzelnen, unabhängigen Federbeinen. Die Federung der Vorderräder des Quadro 350 D geschieht über ein vom linken zum rechten Rad durchgehendes Ölreservoir. Laut Hersteller sorgt dieses System dafür, dass sich die Last besser auf beide Räder verteilt. Außerdem, so war zu spüren, reagiert es sensibel auf Temperaturen: Ist das Öl kalt, braucht der Quadro einen kräftigen Impuls, um in Schräglage zu gehen; an einem 30-Grad-Sommertag dürften die Schwenks deutlich zackiger ausfallen. Der Motor brummt genügsam; man verschätzt sich leicht in seinem Temperament: Handelsübliche 125er-Roller dost er trotz seines viel höheren Gewichts leicht ein und schwingt sich bis 120 km/h Spitze auf. Dank seiner großen Spurbreite vorn darf der Quadro 350 D auch mit dem Autoführerschein gefahren werden. Als Spurbreite wird der Abstand zweier Räder, die auf einer gemeinsamen Achse laufen, bezeichnet. Erst ab 460 Millimetern gilt ein Fahrzeug in Deutschland als Zweispurer und darf mit dem Führerschein Klasse B (früher 3) gefahren werden.

Anzeige
Foto: Hersteller

Hat man einmal Vertrauen in die beiden Vorderräder gefasst und ein Gefühl für das Einlenkverhalten entwickelt, pfeffert man das gute Stück bald mutig in jeder Schräglage um Kurven. Um bei Ampelstopps keinen Fuß absetzen zu müssen, lässt sich die Schwenk-Hydraulik mit einem Handgriff verriegeln; geschickterweise im aufrechten Zustand. Auf diese Verriegelung wirkt auch das Lenkschloss: Wer seinen Quadro irgendwo abstellt und abschließt, muss also nicht fürchten, dass ein Spaßvogel die Handbremse löst. Die ausladende Karosserie bietet dem Fahrer keinen besonders üppigen Platz. Insbesondere der rechte Fuß weiß nicht so recht, wo er stehen soll, ohne das Bremspedal zu betätigen. Auch der Raum unter der Sitzbank ist knapp: Zwar passen zwei Jethelme hinein, aber ein mittelgroßer Rucksack war auf der Probefahrt nicht unterzubringen.

Foto: Hersteller

Technische Daten
Motor: Einzylinder-Viertakt
Hubraum: 313 cm³
Kraftübertragung: Variomatik/Riemen
Leistung: 15 kW (21 PS) bei 7000/min
Max. Drehmoment;24 Nm bei 6000/min
Bremse vorn: Zwei Scheiben (Ø 240 mm)
Bremse hinten: Scheibe (Ø 256 mm)
Reifen vorn: 110/80-14
Reifen hinten: 140/70-15
Federweg vorn/hinten: k. A./100 mm
Tankinhalt: 13 Liter
Farben: Schwarz, Weiß
Wartungsintervalle: 6000 km
Preis: 7100 Euro plus Nebenkosten

Foto: Hersteller

Kurzurteil
+ Extravagantes Fahrzeug
+ Bequeme Sitzbank für Fahrer und Sozius
+ Guter Windschutz
+ Ordentliche Fahrleistungen
+ Bordsteckdose serienmäßig
+ Fairer Preis
- Knappe Stauraum unter der Sitzbank
- Wenig Platz für die Füße
- (Noch) kein ABS verfügbar

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote