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Ducati Hyperstrada im Test Supermoto-Feger mit Reisequalitäten

Einen Supermoto-Feger mit touristischen Fähigkeiten zu kombinieren, so ganz neu ist diese Idee nicht. KTM hat das mit der 990 Supermoto T bereits vorexerziert. Doch die fiel für dieses Jahr aus dem Programm und macht somit eine Lücke frei, in die treffsicher der Ducati Hypermotard-Ableger Hyperstrada hineinsticht.

Foto: Bilski

Einen Supermoto-Feger mit touristischen Fähigkeiten zu kombinieren, so ganz neu ist diese Idee nicht. KTM hat das mit der 990 Supermoto T bereits vorexerziert. Doch die fiel für dieses Jahr aus dem Programm und macht somit eine Lücke frei, in die treffsicher der Ducati Hypermotard-Ableger Hyperstrada hineinsticht.

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Im Maschinenraum alles beim Alten

Die Zutaten hierfür: höherer Windschild, Hauptständer und die jeweils 25 Liter fassenden Softbags, die das Heck mächtig breit machen und erst durch zusätzliche -Innentaschen auch wetterfest werden. Um 20 Millimeter gekürzte Federwege vorne und eine entsprechend reduzierte Sitzhöhe gehören ebenso dazu wie der etwas höher gelagerte Lenker, zwei Bordsteckdosen und die neu konturierte Sitzbank. Im Maschinenraum blieb alles beim Alten. So sorgt der 821 cm3 große V2 für Vortrieb, der -bereits in der Hyper-motard einen ausgezeichneten Einstand gab. Folglich begeistert der kleine Testastretta auch hier mit famoser Drehfreude, tollem Antritt ab 3000/min und einem breiten nutzbaren Drehzahlband, das den Druck genau da bereithält, wo man ihn für knackigen Landstraßenspaß braucht.

Zu diesem dynamischen Charakter passt auch die aktive Sitzposition auf der Hyperstrada, die den Piloten in einer Sitzbankmulde nah am Lenker fixiert. Der hohe Windschild spendet ohne lästige Turbulenzen etwas mehr Windschutz. Allerdings leitet es den Luftstrom auch direkt auf den Helm, was bei geöffnetem Visier ständig für Zug sorgt. 840 Millimeter Sitzhöhe machen die Kommandozentrale nun für Piloten ohne Gardemaß leichter zugänglich. Wer es noch niedriger mag, für den hält das Zubehörprogramm eine um 20 Millimeter niedrigere Sitzbank bereit.

Fahrdynamisch ist die Verwandtschaft zur Hypermotard unverkennbar. Sie verlangt ein wenig Druck am Lenker, sticht dann aber gierig in die Kurven. Da zeigen sich die sportlichen Gene. Das Federbein gestattet dank weicherer Feder etwas mehr Komfort als jenes der Hypermotard. Doch trotz aller sportlichen Attitüde: Gekürzte Federwege und weichere Abstimmung setzen Grenzen. Zeitig kratzt der Schalthebel am Asphalt. Beim schnellen Umlegen oder mit Passagier raspeln auch Seiten- und Hauptständer auf der Fahrbahn. Fürs Toben durchs Winkelwerk sind Hypermotard und ihre SP-Variante geeigneter. Doch ist die Hyperstrada praktischer veranlagt. Und gepflegtes Sporttouren kann sie durchaus.

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Foto: Bilski

Technische Daten

Motor

Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-Motor, je zwei oben-liegende Nockenwellen, vier Ventile pro Zylinder, Einspritzung, Ø 52 mm, geregelter Katalysator, Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.
Bohrung x Hub 88,0 x 67,5 mm
Hubraum 821 cm³
Nennleistung 81,0 kW (110 PS) bei 9250/min
Max. Drehmoment 89 Nm bei 7750/min

Fahrwerk

Gitterrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel, Ø 43 mm, Einarmschwinge, Federbein, direkt an-gelenkt, Doppelscheibenbremse vorn, Ø 320 mm, Scheibenbremse hinten, Ø 245 mm, ABS, Traktionskontrolle.
Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17
Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17

Maße und Gewichte

Radstand 1490 mm, Lenkkopfwinkel 64,5 Grad, Nachlauf 104 mm, Sitzhöhe 840 mm, Gewicht vollgetankt 207 kg, Zuladung 199 kg, Tankinhalt 16,0 Liter.

Ausstattung

Flexible 50-Liter-Seitenkoffer, Touring-Windschild, Touring-Sitzbank, Soziusgriffe, Hauptständer, größere Kotflügel vorne und hinten, Motor-Ölwannen-Schutz, zwei Zwölf-Volt-Steckdosen. Vorbereitet für Anti-Diebstahl-Vorrichtung, Heizgriffe, Navigationssystem.
Garantie zwei Jahre
Farben Rot, Weiß
Preis/Nebenkosten 12590/305 Euro

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