Eine Four kaufen? Honda CB 750 Four Bj. 1969

Wer jetzt infiziert ist, hat verschiedene Möglichkeiten. Klar, eine echte 750 K0, die erste Four, wird kaum noch irgendwo in einer Scheune rumgammeln und für 500 Scheine zu haben sein – aber vielleicht tut es auch ein späteres Modell wie die K6, F1 oder eine 500er, um überhaupt mal das Four-Feeling kennen zu lernen. Solide, alltagstaugliche Maschinen ohne besondere optische Ansprüche sind momentan noch ab 1000 Euro zu kriegen. Grundsätzlich wird alles teuer, was Original ist und vier Rohre hat, während die später den K-Baureihen zur Seite gestellten, etwas leistungsstärkeren und moderneren F-Modelle (400, 550 und 750) mit Vier-in-eins-Anlage deutlich im Abseits laufen. Wer kompromisslos eine gute, originalerhaltene oder restaurierte 750er der ersten Bauserien K1 oder K2 will (K3-5 gab’s nur in den USA), darf dagegen nicht knausern und muss derzeit mit Preisen zwischen 3500 und 5000 Euro rechnen. Die K0, von der 1969 nur 80 nach Deutschland kamen, liegt sogar noch deutlich drüber. »Die Richterskala ist bei Topmaschinen nach oben offen«, weiß Werner Menikheim vom Kölner Spezialisten Sayonara Cycles, der Fours aus der ganzen Welt, vor allem aber den USA, zusammenträgt. »In Deutschland wurden die Dinger einfach gnadenlos umgebaut.«Wer gerne selbst eine aufbauen will, muss genau rechnen, da schnell ein paar Tausender an Ersatzteilen zusammenkommen. Allein die Auspuffanlage kostet locker 750 Euro und eine den Originalfarbtönen zumindest ähnliche Neulackierung rund 600 Euro. Fahrwerksoptimierungen wie Koni-Stoßdämpfer, verbesserte Lager und auch Doppelscheibenbremsen (mit TÜV) sollte man nicht ablehnen, denn hier kann’s nur besser werden. Insgesamt ist die Technik der alten Fours eher unproblematisch. »In Japan hatte man damals vermutlich selbst Bedenken, ob die Dinger halten würden und hat daher für die Ewigkeit gebaut«, meint Menikheim, der sich seit 19xx mit den Maschinen beschäftigt. 100000 Kilometer ohne Motorrevision sind keine Seltenheit und die Wartungsarbeiten bei etwas handwerklichem Geschick gut in Eigenregie machbar. Schwierig kann es lediglich mit den vier Vergasern werden, deren Düsen nach langer Standzeit wegen vergessenem Sprit in den Schwimmerkammern oft völlig zugeharzt sind. Dann hilft nur noch komplett zerlegen und ab ins Reinigungs- oder Ultraschallbad. Ersatzteile sind leicht zu kriegen; was der Honda-Händler nicht mehr hat, bieten inzwischen Spezialisten wie Sayonara, Telefon 0221/5461833, www.sayonara-cycles.de, oder Honda CB 4 Zylinder in Willich, Telefon 02154/42107, www.cb-4zylinder.de, gebraucht oder neu an. Auch auf Oldtimermärkten tauchen zunehmend die Bikes der 70er auf (siehe nächste Seiten). Und es gibt den 1. CB 750 Four Club, Telefon 040/89070293 oder www.cbfourclub.de, der sich auch über die kleineren Artgenossen freut.

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