Einstand nach Mass

Eurosport-Kommentator und MOTORRAD-Mitarbeiter Jürgen Fuchs zur rasanten Erfolgsgeschichte von Ducatis MotoGP-Desmosedici.

Ein Sieg, dreimal Pole Position, Top-Ergebnisse am laufenden Band und mit 332,5 km/h ein neuer Topspeed-GP-Weltrekord in Mugello. Nicht schlecht für die Neueinsteiger aus Bologna. Sie haben den Honda-Ingenieuren ganz schön das Sushi versalzen. Bei der Präsentation der Desmosedici in Mugello 2002 waren sich die Skeptiker noch sicher: Honda wird sich vom Ducati-Konzept nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Zumal Suzuki mit dem bis dato einzigen V4 im MotoGP-Feld keinen Blumentopf gewinnen konnte.Beim ersten Roll-out überraschte der dumpfe Klang des neuen V-Vierzylinders. Der Grund: Ducati versuchte sich mit einem Big-Bang-Motor, bei dem jeweils die beiden parallel laufenden Kolben gleichzeitig zündeten, um die Charakteristik des weltmeisterlichen Zweizylinder-Superbikes auf den neuen Motor zu übertragen. Doch das Experiment misslang. Die zeitgleichen Verbrennungstakte trieben die Spitzenbelastungen dermaßen in die Höhe, dass Zahnräder und Getriebe zerbrachen. Ducati stellte kurzerhand auf die konventionelle Zündfolge um. Mit Erfolg. Gleich beim ersten Lauf in Japan, sozusagen dem Heimspiel der großen Hersteller, stand Loris Capirossi hinter den beiden Honda von Valentino Rossi und Max Biaggi auf dem Siegerpodest.

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