Schon gefahren: Kawasaki ER-6n Die Kawasaki ER-6n im Einzeltest

Fürs Modelljahr 2012 hat Kawasaki die ER-6n neu abgeschmeckt. Beim Probeessen ließ sich 2Räder die Kawa auf der Zunge zergehen.

Foto: Kawasaki

Kawasaki ER-6n

Es Bleibt ein Risiko,  das Leibgericht zu verändern. Die Gefahr, nicht mehr den Geschmacksnerv der Zeit zu treffen, ist groß. Und doch trauten sich die Kawasakianer bereits zum zweiten Mal an die Mahlzeit ER-6n, die trotz ihres kryptischen Namens (zusammen mit der ER-6f) auf Platz 2 der deutschen Bestschmeckerliste 2011 kam - nur die Brotzeit BMW R 1200 GS ging noch besser weg.

Anzeige
Foto: Reygondeau

Die dritte Variante der ER-6n gefällt bereits ohne Kostprobe allein durch ihre Gestalt. Schon die Vorgängerin war dynamisch gezeichnet, doch das Neuarrangement hat einfach was. Wie der neue Rahmen zunächst ins Federbein und dann in die Schwinge zu fließen scheint - die Neue ist eine gelungene Melange aus geschmeidigen und markanten Formen. Gleich nach dem Starten bellt der 650er-Twin herzhaft los, saugt durch die Einlässe links und rechts der Lampenmaske knurrig Luft an. Hossa! Wie kräftig doch der Motor beim Anfahren kommt.

Drei- bis viertausend Umdrehungen reichen da schon, aber hochdrehen macht eben auch Spaß: Bei 6000/min zündet der Nachbrenner; wer will, dreht in den fünfstelligen Bereich. Wer nicht will, lässt es und hat trotzdem Spaß.

Auch das überarbeitete Fahrwerk meistert den Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort überzeugend, die Dämpfung wurde an die längeren, weicheren Federn angepasst. Handlich war die ER-6n, handlich ist sie geblieben. Und die Bremsen? Waren bei der Verkostung leider noch nicht mit ABS versehen, in Deutschland wird es serienmäßig mitserviert. Die Beläge jedenfalls waren etwas schärfer abgeschmeckt. Besser auf Vielseitigkeit getrimmt zeigt sich die Ausstattung der Kawa: neues, übersichtliches Cockpit, Gepäckhaken und neue Haltegriffe am Heck, Plastikprotektoren für die Gabelstandrohre und eine um mehr als 20 Kilo erhöhte Zuladung? Na, wenn da die Japaner mal nicht arg ans Reisen (auch zu zweit) gedacht haben. Vielleicht versalzen sie damit ja der Konkurrenz die Suppe.

Anzeige

Pro

+ Verbesserte Ergonomie
+ Kerniger Sound
+ Kräftiger Twin mit Drehzahlreserve und guten Manieren
+ Feinfühlige Gasannahme
+ Zuladung deutlich erhöht
+ Leicht zu fahren

Kontra

- Keine Ganganzeige
- Kurze Wartungsintervalle
- Maximales Drehmoment geringfügig gesunken
- Kein Hauptständer

Foto:

Technische Daten

Technische Daten

Motor: Zweizylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum: 649 cm³
Kraftübertragung: Sechsganggetriebe/Kette
Leistung: 53 kW (72 PS) bei 8500/min
Max. Drehmoment: 64 Nm bei 7000/min
Bremse vorn: Doppelscheibe (Ø 300 mm)
Bremse hinten: Scheibe (Ø 220 mm)
Reifen vorn: 120/70 ZR 17
Reifen hinten: 160/60 ZR 17
Federweg vorn/hinten: 125/130 mm
Tankinhalt: 16 Liter, Normal
Farben: Gelb, Schwarz, Weiß
Wartungsintervalle: 6000 km
Preis: 6990 Euro

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel