LSL Triumph Street Triple Leatherman

Klein, handlich und praktisch. Die LSL Triumph Street Triple ist ein Alleskönner. Besonders auf der Rennstrecke hat das Tuning-Bike der Serien-Streety einiges voraus.

Foto: Jahn
Tuner-GP 2009. Zwischen zahlreichen vollverkleideten PS-Protzen und martialisch anmutenden Naked Bikes steht eine kleine, in jungfräuliches Mattweiß gehüllte Triumph Street Triple. Schüchtern verbirgt sie ihr Gesicht hinter der Startnummerntafel, auf dem Tank prangt das Logo von LSL. Das ist er also. Der neuste Wurf von PS-Tuner-GP-Urgestein Jochen Schmitz-Linkweiler: Eine Street Triple im Café-Racer-Look. Schick. Wie immer. Jedes Jahr aufs Neue gelingt es dem LSL-Chef, mit feinem Händchen elegant-dezente Motorräder aufzubauen und diese mit Teilen aus der eigenen Zubehörpalette zu veredeln. So trägt seine Street Triple Baujahr 2009 eine einstellbare Fußrastenanlage, Brems- und Kupplungshebel sowie einen Bremsflüssigkeitsbehälter aus der eigenen Produktion. Die Lenkerstummel stammen ebenfalls von LSL und positionieren die Pilotenhände deutlich sportlicher als der Rohrlenker der Serien-Streety. Das Fahrwerk unterstreicht den sportlichen Anspruch. An der Front kämpft eine modifizierte GSX-R-750-Gabel, hinten sorgt ein Öhlins-Cup-Federbein für Ruhe. Bremszangen und -beläge stammen von Nissin und beißen in zwei Galfer-Scheiben. LSL-Sturzpads an Rahmen und Motor sollen die Triumph vor den Folgen allzu sportlichen Ehrgeizes schützen. Um die Abgasführung kümmert sich eine Zard-3-in-1-Edelstahlanlage. Motorseitig vertraute Schmitz- Linkweiler auf das Know-how von G-Lab. Die Triumph-Experten um Dietmar Franzen überarbeiteten Ventile, Nockenwellen, Kurbeltrieb und Zylinderkopf des kleinen Dreizylinders. Ziel des Motortunings: höhere Leistung, ohne den Triple-typischen Punch bei mittleren Drehzahlen zu vernachlässigen. Tatsächlich geht die 675 butterweich ans Gas und schiebt bei moderaten Drehzahlen kräftig vorwärts. Der große Freudenschrei kommt allerdings erst bei 9000/min, wenn der kleine Drilling loslegt wie von der Tarantel gestochen, bis zum Drehzahlbegrenzer nicht mehr locker lässt und bis zu 126 Pferde an die Kette schickt.

Das Fahrwerk hat mit der Mehrleistung der LSL-Streety keine Schwierigkeiten. Federbein und Gabel bügeln feinfühlig alle Vernarbungen des Hockenheimer Rennasphalts glatt, liefern tolles Feedback und geben auch bei beherzter Fahrweise nicht klein bei. Das Handling überzeugt ebenfalls. Spielerisch leicht fällt die kleine Triumph in Schräglage, saugt sich am inneren Curb entlang und lässt sich am Kurvenausgang genauso mühelos wieder aufrichten. Spaß pur. Lediglich der leicht wandernde Druckpunkt der Bremse erinnert bald daran, dass Schmitz-Linkweiler die Street Triple ursprünglich für die Landstraße konzipiert hat. Die G-Lab-Modifikationen hauchen der LSL-Streety ordentlich Leistung ein. Allerdings verlangt der kleine Drilling nach Drehzahl: Die englischen Pferde werden erst bei 9000/min richtig munter.

Gewicht: 177 kg

vorn/hinten: 51,4/48,6 Prozent

Leistung: 126 PS

Preis: ca. 17500 Euro

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