Elektormotorrad Schon gefahren: Elmoto HR-2

Auto stehen lassen, Helm auf und mit dem Elmoto in die Stadt. Im Sattel des E-Bikes kann man in die Zukunft blicken: Es ist leicht, leise und lässig.

Foto: Bilski

Was als Zweirad so cool daherkommt, das darf auch statt bassigem Motorsound lediglich ein leises Surren von sich geben. Das Elmoto HR-2 ist ein solches Zweirad. Podestplätze in Sachen Styling und Auffälligkeit erstromert das freche Gefährt mühelos, Gespräche mit Passanten sind ebenso garantiert, als ginge man mit einem Elefantenbaby spazieren.

Optisch kommt es wie ein aufgemotztes Mountainbike, verkehrsrechtlich wie ein 50er-Roller daher. So schafft das E-Bike legal 45 km/h - bergab geht mehr, steil bergauf bleibt man bei knapp über 30 Sachen hängen. Das Antrittsdrehmoment hingegen ist okay. 

Nicht nur beim Design, sondern auch bei der Technik hatten die Elmoto-Konstrukteure eher ein Fahrrad als ein Motorrad im Kopf. Magura liefert beispielsweise die Bremsanlage. Für einen normalen Drahtesel mag die Bremsleistung ausreichen, auf dem Elektro-Zweirad muss man für angemessene Verzögerung dagegen ganz schön am Hebel ziehen. Die hölzernen Schwalbe-Reifen geben dazu noch wenig Rückmeldung über die Nähe zur Blockiergrenze. Auch die Gabel trägt ihren Teil dazu bei: Ist die hohe Losbrechkraft überwunden, federt sie schrittweise ein. Mangels Zugstufendämpfung federt sie dann jedoch aus wie ein Flummi. Das Federbein-Duo am Heck wird seiner martialischen Optik mit ungebührlicher Härte gerecht.

Immerhin lässt sich das Elmoto kinderleicht dirigieren, fährt so, als wäre man nie etwas anderes gefahren. Am Lenker kommt die Fahrrad-Denke erneut durch: Nur ein Spiegel, die Bremshebel sind vertauscht, und zum Abbiegen muss der Pilot Handzeichen geben - rechts herum besonders nervig, weil man den Gasgriff loslassen muss. Aller Anfang ist nun einmal schwer. Doch selten so sympathisch.

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