Im Test: BMW F 800 R BMW macht die F 800 R hübsch

BMW hat der F 800 R ein sogenanntes Facelift verabreicht. Für 2Räder ein Anlass, um sich das aufgehübschte Modell im Test genauer anzuschauen.

Foto: jkuenstle.de

Neues Jahr, neue Farben. Da ist erstmal nix Besonderes dran, machen fast alle Hersteller so. Doch ein wenig mehr, wenn auch nichts Bahnbrechendes, gibt es dann schon vom sogenannten Facelift der F 800 R zu berichten. Selbst Facelift klingt schon zu tiefgreifend, eingehende Schminkkur plus Accessoires trifft es wohl eher.

Jetzt aber zur Sache: Außer drei neuen Farbvarianten trägt die Neue erstmals auch am vorderen Kot-flügel bunten Lack im Gegensatz zum früheren Schwarz, die Feder des hinteren Dämpfers erstrahlt in knalligem Rot, und die Blinker haben serienmäßig weiße Gläser (im Bild sind die optionalen LED-Blinker zu sehen).

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Foto: jkuenstle.de

Ebenfalls Serie ist nun der lenkerfeste Windschild. Am auffälligsten jedoch stechen die neu gestalteten Seitenverkleidungen ins Auge - sie reichen nun bis zum Wasserkühler hinunter. Technisch hat sich nichts getan. Warum auch? Der Twin dreht und schiebt wie zuvor, das Fahrwerk ist noch immer top abgestimmt und die Bremsen ankern stattlich. Den Preis allerdings hätte man gern reduzieren statt erhöhen dürfen.

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Kurzurteil
+ Kräftiger Reihentwin
+ Top Bremsen
+ Gut abgestimmtes Fahrwerk
+ Handlich
+ Einfach zu fahren
+ Geringer Verbrauch
+ Windschild jetzt serienmäßig

- Teure Aufpreispolitik
- Kein Hauptständer
- Vibriert bei mittlerer Drehzahl
- Bei langsamer Fahrt etwas zu strammer Lenkungsdämpfe

Technische Daten
Motor:  Zweizylinder-Viertakt/Reihe
Hubraum: 798 cm³
Kraftübertragung: Sechsganggetriebe/Kette
Leistung: 64 kW (87 PS) bei 8000/min
Max. Drehmoment: 86 Nm bei 6000/min
Bremse vorn: Doppelscheibe (Ø 320 mm)
Bremse hinten: Scheibe (Ø 265 mm)
Reifen vorn: 120/70 ZR 17
Reifen hinten: 180/55 ZR 17
Federweg vorn/hinten: 125/125 mm
Tankinhalt: 16 Liter, Super
Farben: Rot/Weiß, Schwarz/Weiß, Silber
Wartungsintervalle: 10 000 km
Preis: 8400 Euro plus Nebenkosten

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Abschluss-Zeugnis BMW F 800

In der Stadt
Sorgen bereiten einem hier höchstens die vielen Autofahrer, die die Stadtrundfahrt nur stören. Dank sauberer Gasannahme und spurtstarkem Motor ist man fürs Gewühl bestens gerüstet. Gelegentlich macht sich der Lenkungsdämpfer bemerkbar - bei niedrigem Tempo macht er das Lenken unnötig schwerer.

Auf der Landstraße
Es ist eine wahre Freude, diesem Motor Auslauf zu gewähren. Wie ein Hund beim „Hol das Stöckchen”-Spiel saust die BMW davon, das stabil ausgelegte Fahrwerk ermuntert zur schnellen Gangart. Über den breiten Lenker lässt sich die 800er prima steuern, enge Kurven sind keine Herausforderung.

Auf der Autobahn
Dank des nun serienmäßigen Windschilds lässt’s sich auf bundesdeutschen Schnellstraßen besser aushalten als zuvor - trotzdem wird aus dem Twin kein Autobahnbrenner. Zumindest gibt es weder an der Fahrstabilität bei hohem Tempo noch an der überzeugenden Reichweite etwas auszusetzen.

Foto: jkuenstle.de

Motor
Seine kleine Drehmomentdelle bei mittlerer Drehzahl kaschiert er gekonnt mit einer kurzen Übersetzung. Der kraftvolle Twin überzeugt.

Fahrwerk
Tausend Einstellschräubchen helfen nichts, wenn das grundsätzliche Setup nicht stimmt. Zum Glück ist es bei der F 800 R genau umgekehrt.

Bremsen
Spätbremser finden die bissigen Stopper erquicklich, andere schrecken sie vielleicht ab. Bitte BMW: Wie wär’s mal mit serienmäßigem ABS?

Foto: jkuenstle.de

Ausstattung
Zu Stahlflexleitungen, Lenkungsdämpfer und einstellbaren Hebeln gesellt sich ein Windschild. Die Verarbeitung der 800er ist ohne Fehl und Tadel.

Komfort
Ab Werk kann kostenlos zwischen drei Sitzbankhöhen gewählt werden, da findet sich für jeden etwas. Bequem sind alle drei, vorn wie hinten.

Einsteigertauglichkeit
Allein der hohe Preis oder das Label BMW könnten Anfänger abschrecken - alles andere ist top. Cooler wird eine BMW allerdings nicht mehr.

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