Fahrbericht African Queens Rally Kappa King of Queens

Die Erfahrung verschiedener Wüstentouren sowie die Faszination der Dakar-Rallye veranlasste Stephan Jaspers vor vielen Jahren, seine damalige Honda Africa Twin für Rallye-
Einsätze umzurüsten. Was es nicht zu kaufen gab, baute er sich kurzerhand selber. So entstand schließlich seine Tuning- und
Zubehörfirma African Queens mit einem breiten Zubehörangebot für die Honda-Enduros. Nun knöpften sich die Wüstenspezialisten eine KTM 950 Adventure vor. Als Basis für den Umbau diente ein S-Modell des Jahrgangs 2003, mit 260 Millimeter Federweg eine ideale Maschine für harte Offroad-Eskapaden.
Der Komfort sollte dabei jedoch nicht zu kurz kommen: Die vier Zentimeter höhere, mit Nubukleder bezogene Sitzbank ist
angenehmer gepolstert, der Kniewinkel entspannter und der Überblick verbessert – sofern man das hochbeinige Wüstenschiff erst mal erfolgreich geentert hat. Hier thront man fast wie Cyril Despres auf seiner Werks-Rallyemaschine
Um die Reichweite auf bis zu 700 Kilometer zu erhöhen, wurden im Heck zwei jeweils zehn Liter fassende Zusatztanks installiert, was insgesamt 42 Liter Benzinvorrat ergibt. Allerdings musste deshalb die serienmäßig unter dem Heck verlaufende Auspuffanlage weichen. African Queens konstruierte eine Zwei-in-zwei-
Anlage mit ABE, die einen Leistungszuwachs von bis zu zehn
PS bringen soll, je nach Konfiguration von Vergaser und Luftfilter. Nebenbei geriet die Anlage sechs Kilogramm leichter, der Sound gefühlte zwei Oktaven tiefer. Die Tuning-Adventure klingt dumpfer und akustisch druckvoller. Das Fahrverhalten und Handling ohne den zusätzlichen Sprit an Bord ähnelt der Serien-Version.
Obwohl die Vergaser noch nicht optimal auf den Auspuff
abgestimmt waren, ist das Ansprechverhalten des Motors vor-bildlich. Uuuups – schon auf dem Weg ins Gelände dreht das Hinterrad beim Beschleunigen bis in den dritten Gang hinein durch. Für Asphalt sind die Michelin-Desert-Rally-Reifen nur
bedingt tauglich. Also runter von der Straße, rein ins Vergnügen. Nun punkten die Grobstöller mit guter Traktion, selbst wenn’s knüppeldick kommt. Das gutmütige, stabile Fahrverhalten traut man dem Tanker nicht unbedingt zu. Vergessen sind alsbald die gewaltigen Abmessungen, zumal das Trockengewicht des Umbaus laut African Queens annähernd gleich geblieben sein soll.
Verstärkte Felgen von Excel sollen härtester Beanspruchung trotzen. Damit sich im Gelände der GFK-Kotflügel nicht mit Schlamm zusetzt, wurde dieser etwas nach oben versetzt. Ein stabiler Motorschutz ist in Vorbereitung, die Gepäckbrücke gibt
es auf Anfrage. Die neue Cockpit-Verkleidung, die optional mit Scheibe bestellt werden kann, ist einteilig. Dadurch bleibt ge-
nügend Platz für das Roadbook und ein Navigationssystem.
Alle Teile sind einzeln erhältlich (siehe Umbau-Info), was einen
individuellen Umbau in Eigenregie oder bei African Queens
ermöglicht – für die Teilnahme an der nächsten Wüstentour? gj

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