Fahrbericht Benelli TreK 1130 3 Klang Dimensionen

Nach dem Supersportler Tornado und dem kompromisslosen Naked Bike TnT eröffnet die tourentaugliche TreK 1130 die dritte Dimension in der Benelli-Modellpalette.

Foto: Jahn
Wer Extravaganz und knackige Sportlichkeit sucht, wird bei Benelli problemlos fündig. Nur nach einem komfortablen Allrounder mit einem Schuss Sport für die klaglose Alltagsbewältigung bis hin zur großen Tour zu zweit musste man sich bislang bei Yamaha TDM 900, Ducati Multistrada und Konsorten umsehen.

In diesem Kreis soll nun die TreK ein gewichtiges Wörtchen mitreden. Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht. Egal, in welcher Leistungsstufe, der 1130- cm3-Triple wusste bislang durchaus zu überzeugen. Und dass man in Pesaro versteht, Fahrwerke zu bauen, zeigt die TnT.
Die erste Klangprobe absolviert die TreK mit Bravour. Sie beherrscht diese herrliche Komposition aus mechanischem Mahlen, animalischem Röcheln und unterschwellig aggressivem Knurren ebenfalls, wenngleich sie durch die neue Auspuffanlage mit kürzeren Krümmern und größerem Endschalldämpfer ihre Stimme etwas dezenter erhebt. Mechanisch wirkt sie einen Tick geschmeidiger als Tornado und TnT.
Geschmeidig präsentiert sich die TreK auch auf den ersten Kilometern. Die unverkrampfte Sitzposition mit dem hohen, stark gekröpften konischen Alu-Lenker, die knackig-straffe Sitzbank und die bequem platzierten Füße, dazu eine gut schützende, dreifach in der Höhe verstellbare Scheibe und der spontan am Gas hängende Drilling – man fühlt sich vom Fleck weg gut aufgehoben, bereit zu großen Taten. Oder in diesem Fall die kleinen, verschlungenen Landstraßen im Hinterland von Pesaro zu entern.

Ohne großen Kraftaufwand fällt die TreK von einer Schräglage in die nächste und huscht spielerisch über die Küstensträßchen. Und sie beherrscht es, mit niedrigen Drehzahlen und ordentlichem, gut dosierbaren Schub aus den Ecken zu sprinten. Unter 3500/min zwar nicht mit der grimmigen Vehemenz einer TnT. Doch darüber, im auf der Landstraße wichtigen mittleren Drehzahlbereich, bläht der Allrounder ordentlich die Nüstern. Dreht kraftvoll und gleichmäßig bis über 8000/ min, ehe der Elan langsam wieder abklingt.

Obwohl der 137 PS starke TnT-Antrieb mit neuen Nockenwellen und angepasstem Mapping etwas gezähmt wurde, hat er mit 125 PS allemal genug Druck. In puncto Gasannahme und Laufkultur verbucht die TreK gegenüber der TnT gar leichte Vorteile – trotz der ein oder anderen Holperigkeit, die sie sich leistete, weil die Abstimmung der Einspritzanlage noch nicht auf dem endgültigen Stand war.

Flinkes Handling, lockere Sitzposition, kräftiger Motor, da steigt die Lust zum Angasen. Zumal die nicht einstellbare Marzocchi-Gabel feinfühlig arbeitet und die sauber dosierbaren Brembo-Zangen die TreK verlässlich wieder einfangen. Auf spätes, aber umso beherzteres Ankern und zusätzlichen Einsatz der kräftig zubeißenden hinteren Bremse reagiert die Neue allerdings in bester Familientradition mit deftigem Hinterradstempeln. Das straffe, nur in Vorspannung und Zugstufe einstellbare Sachs-Federbein, so Benelli, entsprach noch nicht der Serienabstimmung.

Bis im November die ersten TreK bei den Händlern stehen, will man beim
Federbein wie beim Mapping noch Hand anlegen. Dann soll auch das hauseigene Zubehörprogramm komplett sein, das sich momentan auf Kofferset und Navigationssystem beschränkt.

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