Fahrbericht Cagiva Mito SP 525 Cagiva Mito mit neuem Gesicht

Das neue Design der Mito ist quasi historisch. Es erinnert an die siegreiche Cagiva-Rennmaschine des amerikanischen Ex-Weltmeisters John Kocinski.

Foto: Gargolov
Seit Mitte der 1990er Jahre sah die Mito aus wie eine kleine Ducati 916. Damals gehörten beide Marken zu einem Konzern. Damit ist seit 1998 Schluss, doch erst jetzt erhielt die Mito ein neues Gesicht. Deren Vorlagen reichen sogar weiter zurück als die 916, nämlich bis 1993, als John Kocinski erstmals Cagiva fuhr. Auch die Bezeichnung SP 525 erinnert auf verschlungenen Wegen an dessen Motorrad, indem sie die erste »5« dem damaligen Typencode »V 593« entnimmt und nur die »25« von den 125 cm3 des Zweitakters stammen. SP steht für »sport production«.

Unter der neuen Verkleidung arbeitet bewährte, in der Peripherie modernisierte Technik. Auf der Einlassseite kommt ein elektronisch gesteuerter Vergaser zum Einsatz, der Auspuff erhielt den Anforderungen der Euro-3-Norm entsprechend zwei Katalysatoren. Leider hat Cagiva nichts geändert an der Art, wie die Mito die für Führerschein-A1-Inhaber in Deutschland obligatorische Begrenzung auf 80 km/h einhält: Der Motor dreht nur bis 5000/min frei aus, darüber wird die Zündung zurückgenommen. Statt bis zur 80er-Marke die volle Leistung von 15 PS zur Verfügung zu stellen, liefert er nur 9,4 PS und lässt den Fahrer seinen gehemmten Charakter ständig spüren. Für die vollen 15 PS braucht die Mito ein anderes Steuergerät; damit dreht sie bis kurz vor 9000/min frei aus und macht richtig Laune.

Das unverändert hervorragende Fahrwerk würde sogar noch viel mehr vertragen. Mit neun PS kommen seine Talente, die Verbindung eines messerscharfen Hand­lings mit tadelloser Stabilität, erst recht nicht zur Geltung. Die sehr gute Bremse ist ebenfalls kaum gefordert. Eine hohe Hürde bleibt der Preis mit 5290 Euro. Die vorbildliche Verarbeitung mag über diesen Kraftakt hinwegtrösten.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote