Fahrbericht Derbi GP1 125/250 Derbitantenball

Roller mit Triebsatzschwinge und Automatikgetriebe sind prinzipiell ein alter Hut, in Kombination mit Aluminiumrahmen und Radialbremse wie beim neuen Derbi GP1 jedoch nicht nur neu, sondern auch optisch sehr reizvoll. Als Fünfziger bereits seit einem Jahr auf dem Markt, schiebt Derbi jetzt die Versionen für die großen Kinder nach. Seit die Marke zum italienischen Rollergiganten Piaggio gehört, kommen dessen vielfach bewährte, moderne wassergekühlte Vierventiler zum Einsatz. Der 125er leistet Führerschein A1 konforme 15 PS, der 250er kommt auf 22. Während die kleine Maschine geschmeidig läuft, gebärdet sich der große Pott recht ruppig, sorgt aber für deutlich souveräneres Vorankommen. Bis auf den Antrieb sind die beiden Scooter identisch.
Die Fahrwerksabstimmung liegt dem sportlichen Habitus entsprechend auf der straffen Seite. Dessen ungeachtet spricht die Upside-down-Gabel ordentlich an und filtert die allermeisten Unebenheiten weg. Das eigenwillig zentral montierte hintere Federbein zeigt sich weniger komfortabel und gibt besonders kurze, trockene Stöße ungebremst an die ebenfalls straff ge-
polsterte und in luftiger Höhe liegende Sitzbank weiter.
Fahrstabilität und Lenkpräzision sind über jeden Zweifel erhaben, dito die beiden Scheibenbremsen. Vorne radial, hinten konventionell verschraubt und mit Stahlflex-Leitungen versehen, bieten sie einen sauberen Druckpunkt bei niedrigen Bedienkräften und brachialer Wirkung. Sportlertypisch beschränkt sich die Ausstattung auf das Wesentliche, das Helmfach bietet einem Integralhelm knapp Platz, die Trittbretter gerieten schmal. Mit den Knien kann man sich am Beinschild abstützen oder anstoßen, je nach Gusto. sgl

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel