Fahrbericht Harley-Davidson Night Rod Special Finsterling

Harley-Davidson macht auf böse, tunkt die Night Rod in schwarze Farbe, und heraus kommt ein martialisch anmutendes Gerät, die Night Rod Special. Von den markanten Scheibenrädern über die Schwinge bis hin zur Gabel ist alles in düsterem Schwarz gehalten. Selbst die Instrumenten- und Spiegelgehäuse wurden bei der monochromen Gestaltung nicht ausgelassen, allein die silbrig schimmernden Endschalldämpfer der gebürsteten »Straight Shot Dual«-Auspuffanlage stechen hervor.

Und es sind weitere gravierende Unterschiede gegenüber
der Standard-Night-Rod zu erkennen. Etwa die gestreckte Sitzposition durch die weiter vorn angebrachte Fußrastenanlage der V-Rod. Der Drag-Bar-Lenker ist außerdem niedriger sowie schmaler und das Heck auf 640 Millimeter Sitzhöhe abgesenkt, wodurch man noch tiefer und gedrungener hockt. Am spektakulärsten ist allerdings der fette 240/40er-Dunlop-Pneu auf der acht Zoll breiten Hinterradfelge. Eine brutale Walze, die das Fahrverhalten der Night Rod Special nachhaltig beeinflusst. So reagiert sie mit ihrem ultrabreiten Schlappen auf Spurrillen zwangsläufig überaus sensibel, tendiert zu munterem Eigenleben. Außerdem wird das Einlenken in Kurven zum Kraftakt.

Fällt das schwarze Ungetüm schließlich doch in Schräglage, will es sich gleich wieder aufrichten, sobald nur eine kleine Bodenwellen oder andere Fahrbahnunebenheit den eingeschlagenen Kurs kreuzt. Kurzum: Jede Spazierfahrt artet in Arbeit aus. Was Fans üppiger Maße wohl klaglos in Kauf nehmen. Apropos Kauf: Mit 18345 Euro kostet die Special »nur« 800 Euro mehr als die Standard-Night-Rod, die sicher unspektakulärer, aber erheblich eleganter durch die Kurven rollt.

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