Fahrbericht HM CRE 490X Zappelphilipp

Ein zünftiger Enduro-Ausflug ins Gelände? Da kommt die brandneue Honda CRE 490X von HM, die Honda-Händler Waldmann (Telefon 08342/899704, www.honda-waldmann.de) importiert, gerade recht. 123 Kilogramm trocken, der 450er-Motor mit vier Millimetern mehr Bohrung auf 490 Kubik aufgeblasen, ein im Gelände lebenswichtiger E-Starter und nicht zuletzt: kein Vergaser mehr. Die 490er wird von einer Einspritzung angefeuert, Choke ade. Damit das Ganze funktioniert, musste eine Benzinpumpe her. Diese wurde platzsparend im eigens angefertigten 7,5-Liter-Alu-Tank montiert. Echte 50 PS attestiert der Prüfstand der 490er und eine traumhafte Drehmomentkurve. Lecker!

Also, das Schätzchen vom Hänger. Schon beim Abladen fällt der großzügige Lenkeinschlag auf, im schwierigen Gelände eine große Hilfe. Sitzprobe, das ist eine Honda. Gute Ergonomie, leichtgängige Kupplung, nur Tank und Kühler sind ein wenig breiter als beim Crossmodell CRF, welches als Basis dient. Jetzt gibt’s keine Ausreden mehr, der E-Starter überzeugt, wobei die Kupplung gezogen werden muss, sonst macht die Honda keinen Mucks.

Bereits auf dem Weg zur Kiesgrube fühlt sich die Honda vertraut an, und ihre Handlichkeit ist unglaublich. Allerdings läuft der Motor bei niedrigen Drehzahlen ruppig, aber sie ist ja noch nicht warm. Deshalb erst mal sachte, diverse Anlieger und Wellen später wird das Tempo dann forciert, und das straffe Fahrwerk kommt mit der flotten Gangart hervorragend klar.
Jetzt aber nix wie ab in die kniffligen Sektionen. Fast senkrecht geht es einen Hang hinauf. Dem schließen sich enge, schmale Pfade an, es folgt eine Höllenauffahrt nach der anderen, und mindestens genauso steil geht’s wieder runter. Die Bremsen funktionieren hervorragend, dennoch schwindet hier die Souveränität der CRE. Das straffe Fahrwerk ist in schwierigem Gelände ein Spur zu viel und sorgt schnell für müde Arme. Auch der ruppige Motorlauf sowie die harte Gasannahme sind nicht gerade vertrauenerweckend. Zu allem Überfluss stirbt die Honda vornehmlich in niedrigen Drehzahlregionen urplötzlich ab, sobald man den Gashahn schnell aufzieht. Fatal, wenn man das Vorderrad mal eben über ein Hindernis heben will.

Die schwierigen Passagen zeigen die Grenzen der CRE deutlich auf. Bei den Abschlussrunden auf ebenem Boden indes präsentiert sich die Honda nochmals von ihrer besten Seite. Für Fahrer der GCC oder IGE dürfte es trotzdem ein reizvolles Motorrad sein, da sich diese Rennen zum Großteil auf Motocross-Strecken abspielen. Und solange die Honda mit Schwung über das Gelände pflügen darf, ist sie ein richtig tolles Motorrad. mr

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