Fahrbericht: Honda CRF 250 R Junger Spritzer

Neuer Rahmen, neuer Motor und eine Benzineinspritzung – Honda aktualisierte mit großem Aufwand den Viertelliter-Crosser des Modelljahres 2010.

Es ist wie im richtigen Leben. Zuerst die Großen, dann die Kleinen. Nachdem Honda vor Jahresfrist mit dem grundlegend überarbeiteten 450er-Motocrosser für Aufsehen gesorgt hat, übernimmt für die Saison 2010 die CRF 250 R deren grundsätzliche technische Änderungen (siehe Kasten links). Die Auswirkungen der Generalüberholung sind auf Anhieb spürbar. Zu allererst akustisch. Trotz der Rückkehr zu einem einzigen Schalldämpfer bleibt der Viertakter sowohl im Standgas, aber vor allem auch im Fahrbetrieb bei höheren Drehzahlen auffallend leise. Dem längeren Hub dürfte der relativ frühe Antritt des Viertakters zu verdanken sein, der dank Unicam-Ventiltrieb recht kompakt baut. Allerdings auch dessen im Vergleich zur Konkurrenz etwas verhaltene Drehfreude. Die von der CRF 450 R übernommene Einspritzung arbeitet im positiven Sinne unauffällig, verlangt beim Starten aber etwas Aufmerksamkeit. Im warmen Zustand springt der Single erst mit geringfügig geöffnetem Gasgriff auf den ersten Tritt an. Im Gegensatz zu dem nach der Geo-metrieänderung sehr vorderradorientier-ten Fahrgefühl auf der 450er bleibt die CRF 250 R spürbar neutraler, zeigt sich in Brems- und Beschleunigungswellen stabil und traktionsstark. Eine Charakteristik, die wohl vor allem der recht kommoden Abstimmung des Monoshocks von Showa (CRF 450 R: Kayaba) zuzuschreiben sein dürfte, die im Verbund mit der eher straff ausgelegten Gabel das Heck tief hält. Den Nachteil des etwas weniger handlichen Einbiegens in enge Anlieger werden die meisten Piloten jedenfalls gern gegen diese Stärken eintauschen.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel