Fahrbericht Honda-Crosser 2008 Viertakter CRF 250 R und CRF 450 R

Foto: Buenos Dias
Nach dem Wegfall der beiden Zweitakter konzentriert sich Honda auf die Viertakt-Crosser CRF 250 R und CRF 450 R. Eine angenehme Überraschung bringt zunächst ein Blick auf die Preisliste: Beide Maschinen werden um jeweils rund 600 Euro billiger (6990/7590 Euro). Und zwar ohne dass an der Technik gespart wurde, selbst am umfangreichen Ersatzteilkit wurde nicht geknausert.

Dafür kommt 2008 als Novum im Offroad-Bereich ein Lenkungsdämpfer, der an den Werksmaschinen schon einige Jahre erprobt wurde. Sicherlich hatten die bisherigen Hondas kein akutes Fahrwerksproblem, das solch einen Tranquilizer nötig erscheinen lässt. Honda proklamiert jedoch, dass nur mit dem Lenkungsdämpfer eine mehr auf Handlichkeit ausgelegte Lenkgeometrie möglich ist, ohne kritisches Lenkerschlagen heraufzubeschwören.

MOTORRAD-Tester und Ex-Multichamp Didi Lacher konnte trotz widriger, sprich matschiger Streckenbedingungen bei der Präsentation auf der belgischen Sandpiste von Olmen schnell bestätigen, dass die neuen Hondas sich noch handlicher geben als ihre beileibe nicht störrischen Vorgängermodelle. Nach ersten Eindrücken wirkt im tiefen Sand speziell die 250er nicht mehr ganz so stabil, was der spürbar wirksame, breit einstellbare Dämpfer nicht vollends kompensiert. Die Fahrwerke der beiden Crosser sind ansonsten praktisch unverändert, sieht man vom neuen Setup der Federung einmal ab. Hierzu liefert die Sandstrecke allerdings wenig Erkenntnisse.

Um so mehr zu den Motoren, die hier besonders gefordert werden. Der kleinere Viertakter, der bisher nicht gerade zu den stärksten seiner Kategorie zählte, bekam umfangreiche Änderungen am Zylinderkopf. Er liefert nun im oberen Drehzahl­bereich erheblich mehr Druck und wirkt spritziger. Bei der 450er war Leistung nie das Thema, eher die Fahrbarkeit. Daher verfügt das neue Modell nun über ein gangabhängiges Mapping. Im Klartext: In den unteren Gängen ist der Einzylinder eher auf Drehmoment abgestimmt, in den drei oberen auf Drehzahl. Seine Charakteristik ist nicht mehr ganz so explosiv, dafür gleichmäßiger und bulliger. In der Spitze vermisst man nichts, obwohl der Single wegen der verschärften Geräuschwerte nochmals leiser wurde.

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