Fahrbericht IDM-Superbikes - Suzuki GSX-R 1000

Am Montag nach dem Saison-finale 2009 durften PS-Redakteure die Hände nach den Top-IDM-Superbikes ausstrecken. Auch die Suzuki GSX-R 1000 stand für unsre Redakteure bereit.

Foto: Archiv
Meklau-Andy hieß er und war lange Zeit die Gallionsfigur des IDM-Engagements von Suzuki in der Superbike-Klasse. Nun ist er weg, der Österreicher, zumindest bei Suzuki, und ein junger Ungar dreht für die Marke beherzt am Quirl. Gabor Rizmayer heißt er, beendete die 2008er-IDM-Saison als Achter bei den Superbikes, und niemand nahm von ihm großartig Notiz. So etwas ist zwar schlecht für die Sponsoren, aber gut für das Vorankommen des Piloten: Er kann stressfrei lernen und sich, wie in diesem Fall, prächtig entwickeln. Der junge Angreifer landete 2009 auf Endrang vier, punktgleich mit einem gewissen Herrn Daemen auf einem bayerischen Superbike. Eine respektable Vorstellung also, die nicht nur für das Talent des Ungarn, sondern auch für die Suzuki GSX-R 1000 vom Team Suzuki International spricht.
Nach dem kräftigen Regenschauer in der Mittagspause hellt sich der Himmel über Hockenheim wieder auf, die Mienen der Fahrer und des Suzuki-Teams allerdings bleiben düster. Die Strecke ist nass, und das Zeitfenster, in dem mit einer lauten IDM-Rakete wie der K9 auf der Strecke herumkrakeelt werden darf, schrumpftminütlich. Nicht die besten Voraussetzungen für eine Testfahrt mit einem 190-PS-Boliden auf abgenudelten Dunlop-Slicks.
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Wenigstens sind diese permanent vorgewärmt, so dass pünktlich mit der aufgetrockneten Ideallinie die spärlich zugeteilten Testrunden begonnen werden können. Also raus aus der Box, behutsam eine Besichtigungsrunde gedreht - und hurra, Brause auf! Die Gixxer benimmt sich grundsätzlich unprätentiös, will dem Piloten eher willfähriger Diener als schwer zähmbares Biest sein. Auch Rizmayers kommode Sitzposition auf der IDM-Rakete dürfte wohl für 90 Prozent aller Hobbyracer passen. Wen wundert es, schließlich ist er mit 182 Zentimetern nicht gerade der kleinste Pilot. Also mit dem Kopf über den Tank und durchladen.

Der Vierer nimmt feinfühlig Gas an, schiebt mit seiner starken Mitte schon knapp über 6000/min mächtig an und lässt bis zum Begrenzer im fünfstelligen Drehzahlbereich nirgends Schub vermissen. Ohne Hänger oder Ausreißer beschleunigt er kontinuierlich und berechenbar voran. Ebenso klar rapportiert das Öhlins-Fahrwerk an das Popometer des Piloten. Es ist zwar sehr straff abgestimmt, spricht dennoch sensibel an und liefert feinste Infos über Grip oder Nicht-Grip. Auch Suzuki vertraut auf Dunlop als Reifenpartner, so dass beim Piloten nur sehr selten die Meldung „No Grip" im Kleinhirn eingeht.

Die im Serienzustand nicht sehr handliche K9 legt diesen Mangel trotz scharf konturierter Reifen und IDM-Diät nicht gänzlich ab. Sie verlangt nach Druck am Lenker und kräftigem Fahrereinsatz bei schnellen Richtungswechseln, läuft dafür aber immer satt und stabil. Selbst härteste Bremsmanöver bringen sie und damit den Piloten nicht aus der Ruhe. Wenig Krawall auf der K9 also, auch wenn 190 Pferde an einem Strang ziehen.

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