Fahrbericht Kawasaki VN 900 Custom Volkschopper

Foto: Bilski
Mit der VN 900 Custom hat Kawasaki klammheimlich einen Bestseller ge­schaffen. Nach der beliebten ER-6-Baureihe eroberte sich der 50-PS-Chopper inzwischen Rang zwei in der Liste der meistverkauften Kawasakis in Deutschland. Und das zu Recht. Denn für 7695 Euro plus Nebenkosten erhält der Käufer einen wirklich liebevoll gestalteten Feuerstuhl, der all das mitbringt, was Chopperfahren so ent­spannend macht: einen tiefgründig blubbernden V2-Motor, ein schmales, dafür 21-Zoll großes Vorderrad, eine relaxte Sitzposition mit weit vorn angebrachten Fußrasten, ­einen cool gekröpften Lenker sowie jede Menge Chrom.

Der Zündschlüssel findet sein Schloss artgerecht links unten vor dem Seiten­deckel, die vollgetankt gut 270 Kilogramm Eisen vom Seitenständer gewuchtet, und los geht’s. Kernig schalten sich die Gänge, sanft beschleunigt der gemessen 49 PS leistende ­V2. Kupplung und Bremse sind schön leicht zu bedienen. Erstaunlich: Das Getriebe übertönt laut heulend fast den Motor. Was ist da passiert? Und so etwas mit einem an und für sich leisen Zahnriemenantrieb? Klingt eher nach alter Straßenbahn als nach kernigem V-Twin. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Und freut sich über den in jeder Lebenslage satt durchziehenden Motor. Ganz untypisch für einen Chopper besitzt ­er ein weites Drehzahlband und lässt sich ganz schön hochdrehen, ohne gequält zu wirken. Das erspart den einen oder anderen Schaltvorgang.

Am besten gefällt das Fahrwerk. Dank großen und schmalen Vorderrads lenkt sich die VN 900 Custom sehr zielgenau selbst durch wellige Kurven. Dazu gesellt sich ein leichtfüßiges Handling, sodass die Maschine wirklich auch für Einsteiger zu empfehlen ist. Viel Federweg vorn und ausreichend hinten lassen sogar ganz untypischen Fahrkomfort aufkommen. Ein prima Motorrad also zu einem ehrlichen Preis, mit Einspritzung und Katalysator Euro 3-tauglich. Was will man mehr?
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