Fahrbericht KMS-KTM LC8 Supermoto Schmal-Tier

Die KMS LC8 Supermoto auf Basis der KTM 950 Adventure verbindet einen tierisch gehenden Zweizylinder mit gertenschlankem Design. Spaß ohne Ende?

Der Fahrbericht der KTM 950 Supermoto (MOTORRAD 20/2004) machte vielen Driftfans den Mund wässrig. Bis zur Auslieferung im Mai 2005 ist es jedoch noch verdammt lange hin. Wer nicht warten will, kann schon jetzt beim schweizerischen KTM-Spezialisten KMS einen Supermoto-Zweizylinder auf Basis der Adventure bekommen.
Dass der Umbau von der Enduro zum wendigen Straßenflitzer mit 17-Zoll-Rädern nicht getan ist, dürfte angesichts der mächtigen Dimensionen des Wüstenschiffs klar sein. Supermotos sind handliche Flitzer, folglich musste ein kleiner Tank die beiden ausladenden Spritbehälter der Adventure ersetzen.
Doch genau da fängt das Problem an, denn oberhalb des Motors bleibt neben der voluminösen Airbox und dem breiten Gitterrahmen kaum Platz. Gerade mal sechs Liter fasst der zierliche Karbontank von KMS. Das reicht zwar für ein paar heiße Runden auf einer Kartstrecke, nicht aber für den Alltagsbetrieb. Die Idee: Ein zweiter, neun Liter fassender Tank unter der
Sitzbank, ebenfalls aus feinster Kohlefaser, schafft die für den Straßenbetrieb erforderliche Mindestkapazität. Schlanke Kühlerverkleidungen von der LC4 komplettieren die schmale Silhouette. Über das Heck wird die Verkleidung einer Husaberg gestülpt, von ihr stammt auch die Sitzbank.
Mit diesen Teilen ergibt sich eine unglaublich schmale Maschine, da besteht praktisch kein Unterschied zu den Einzylindern. Nur der große Abstand zum Lenker deutet an, dass einen halben Meter tiefer ein kraftvoller Zweizylinder werkelt. Unter dem neuen Kleid steckt die Technik der Adventure. Die Bremsanlage blieb unangetastet, die Federelemente wurden lediglich in der Abstimmung angepasst.
Diesbezüglich gäbe es allerdings noch Spielraum für Verbesserungen. Denn im derzeitigen Stadium lässt der Geradeauslauf etwas zu wünschen übrig. Durch das kleinere Vorderrad sackt die Front um einige Zentimeter ab, was den Lenkkopfwinkel steiler und den Nachlauf kürzer macht. Dem sollte die KMS-Mannschaft durch Verkürzung des hinteren Federwegs und gegebenenfalls durch Gabelbrücken mit anderem Versatz gegensteuern. Auch wäre eine straffere Abstimmung der Frontpartie hilfreich.
Mit dem jetzigen Set-up neigt die KMS-KTM über 150 km/h zu einer Nervosität, die bei Topspeed Respekt aufkommen lässt. Also begnügen wir uns mit dem mittleren Geschwindigkeitsbereich, dort ist der Fahrspaß uneingeschränkt. Überzeugend ist das fantastische Handling, das durch die ultraschmale Linie noch unterstrichen wird. Die Adventure-Bremsen reichen im Solo-
Betrieb durchaus. Zwar bieten die Doppelkolben-Schwimmsättel nicht ganz den Biss von Vierkolben-Zangen, spektakuläre Stoppies oder Brems-Slides aus hohem Tempo sind mit der KMS Supermoto jedoch locker drin.
14480 Euro kostet das komplette Motorrad bei KMS. Sicher kein Sonderangebot, aufgrund der qualitativ hochwertigen Verarbeitung aber ein nachvollziehbarer Preis. Interessant dürfte außerdem der Supermoto-Umbaukit für die Adventure sein, der mit 3900 Euro zu Buche schlägt. Alle Teile sind außerdem
einzeln erhältlich, Details und weitere Infos finden sich unter www.kms-racing.ch.

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