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Fahrbericht MZ Scrambler 1100 von SK Bikes Könner am Werk

Die Firma SK Bikes hat sich mit Haut und Haar Ersatzteilversorgung und Service für MZ verschrieben. Wir sind die MZ Scrambler 1100 von SK Bikes gefahren.

Wedemark, nördlich von Hannover: Fachwerk-Bauernhöfe flankieren den Weg zur Lüneburger Heide. Die nahe A 7, längste durchgehende Autobahn Europas, bringt immer wieder mal Fahrer von 1000er-MZ her. Die Firma SK Bikes hat sich mit Haut und Haar Ersatzteilversorgung und Service für MZ verschrieben: für moderne 125er-/ 660er-Viertakt-Singles und die sächsischen Zweizylinder. Hier wurde 2006 die spektakuläre Studie SFx nachgebaut und das ehemalige MOTORRAD-Dauertest-Exemplar der sportlichen MZ 1000 S (Ausgabe 21/2014) auf volle 1099 Kubik gebracht.

Detlef Schill und Markus Kraege, daher die Initialen SK Bikes, haben zudem noch eine von ihnen selbst zum feuerroten Scrambler verwandelte Über-Emme auf dem Hof stehen: Auch mit 1100er-Reihen-Twin, wie der gelernte Feinmechaniker
Markus Kraege stolz berichtet: „Da steckt für rund 4000 Euro klassisches Motor-Tuning drin: Kolben von JE Pistons aus der US-Nascar-Serie, aufgebohrte, neu beschich­tete Zylinder, bearbeitete Köpfe, Kanäle und Ventilsitze, hinterschliffene Nockenwellen für neue Steuerzeiten und so fort.“

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­Martialisch-verwegene Optik ist nicht bloß Show

Hinzu kommen neue Software sowie Änderungen an Airbox und dem komplett neuen Auspuff zugunsten effektiverer Be­atmung: Krümmer von SR Racing, Endtöpfe von LeoVince und Verbindungsrohr Marke Eigenbau. Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. So gerüstet, soll der Reihenmotor für „gemessene 140 PS im Motor“ gut sein, wie Detlef Schill sagt. Nun, beim Ortstermin, steht kein Dynojet-Prüfstand parat. Aber die Angabe könnte stimmen. Schon eine Serien-1000er drückte echte 117 PS.

Und der Tuning-Twin kann mehr. Beim vollen Beschleunigen macht er aus schmalen Sträßchen durch lichte Birken- und Kiefernwäldchen engste Schläuche aus Asphalt. Da geht was. Ab nämlich. Im hohen Gang lässt sich die MZ Scrambler 1100 gefühlvoll betätigt ab rund 2500 Touren elas­tisch ans Gas nehmen. Ab der 5000er-Marke gibt’s richtig Schmackes. Okay, ein Ducati-V2 dreht freier hoch. Aber die ostdeutsche 1100er ist allemal feurig genug. ­Ihre martialisch-verwegene Optik ist nicht bloß Show. Der Besitzer dieses Umbaus hat bereits fünf 1000er-MZ (S, SF, ST, SF-Gespann­ und SFx) – diese hier soll die Sammlung krönen, zu der auch weitere Motor­­räder und Oldtimer gehören. „Er wohnt in Mecklenburg-Vorpommern, will damit zu seinen Pfer­den auf die Koppel fahren.“ Detlef und Markus wiederum wollten damit die „ruhmreiche Geländetradition von MZ betonen.“

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Komplett TÜV-ab­genommen und eingetragen

Sie tun das mit endurogemäßem Motorschutz einer Kawasaki KLE 500. Vor allem aber mit stilbildenden Stollenreifen Conti TKC 80 in den breiten Formaten 120/70 17 und 180/55 17 auf wunderschön gearbei­teten Kineo-Speichenrädern. Das Hinter­rad rotiert in einer umgedrehten Einarmschwinge einer Ducati Multistrada, die nun als Klemmfaust von rechts zupackt. „Das war viel Gehuddel, bis alles zusammenpas­s­te“, sagt Markus Kraege. „Ich konstruiere nicht am Computer in CAD, ich muss es am echten Objekt ausprobieren“. Alles ist handwerklich sauber gemacht, komplett TÜV-ab­genommen und eingetragen.

An die große Sitzhöhe muss man sich herantasten: „Das ist kein Motorrad für Pygmäen“, sagt Detlef Schill. „Eckig“ rollen die Grobstöller in Schräglage auf Asphalt ab. Dafür bieten sie auf abgeernteten Stoppelfeldern viel Traktion. Durchaus einfach ist das feuerrote Spielmobil am breiten Lenker zu dirigieren, fühlt sich leicht an. Gabel, Bremssättel und Federbein sind Serie, der Heckrahmen ist eine Eigenkonstruktion, „geschweißt vom zertifizierten Spezialbetrieb“. Dazu passen andere Kotflügel, neues Rücklicht und klassischer Rundscheinwerfer. Ferner neue Instrumente, Kellermann-Blinker und ein MZ-Tank mit geänderten Kanten und Sicken. Hier waren Könner am Werk, nette nordische Benzinköpfe.

Umbau-Infos und Kontakt

Komplett neu aufgebauter Motor mit 1099 cm3; Speichenräder Kineo, Rahmen modifiziert (Streben statt Knotenbleche zur Verstärkung), Heckrahmen à la MZ 1000 SFx, Einarmschwinge Ducati Multistrada, 180 Grad gedreht, Federbein Serie mit Eigenbauanlenkung, Auspuffanlage: SR-Racing, 2-in-1 Krümmer plus Eigenbauverbindung zu Schalldämpfern LeoVince GP Style, Scheinwerfer Paaschburg und Wunderlich, Tacho und Drehzahlmesser Daytona, Gabelbrücken Einzelanfertigung, Wave-Bremsscheiben vorne Braking, Unterfahrschutz Kawasaki KLE 500, Einpersonen-Zulassung.

Komplettpreis mit TÜV-Abnahme ca. 25.000 Euro. Bauzeit: sechs Monate, Einzelpreise nach Absprache.
Kontakt: SK Bikes, Wieckenberger
Straße 1, 30900 Wedemark-Berkhof, Telefon 0 51 30/3 66 93, skbikes@aol.com, www.skbikes.de

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