Fahrbericht Penner-TRX 878 Aufgemischt: Yamaha TRX 850

Foto: Archiv
Tunen und kochen haben eine Gemeinsamkeit: Man kann die tollsten Ingredienzen nach Anleitung zusammenmixen – wenn man die Kunst nicht richtig beherrscht, bleibt trotzdem ein fahler Beigeschmack. So gesehen hat der Bremer Hobbytuner Ulf Penner seine Zutaten bestens aufeinander abgestimmt: Seine Yamaha TRX presst flockige 28 PS mehr als die Serienversion auf den Rollenprüfstand.

Und die 878 fährt sich sehr ausgeglichen. Die nervigen Lastwechselreaktionen, die normalerweise die TRX plagen, sind nahezu vollkommen verschwunden. Zwei Mikuni-Flachschiebervergaser speisen das auf 878 cm³ aufgebohrte Triebwerk und sorgen auf unnachahmliche Weise im Standgas sowie im unteren Teillastbereich für das typische, hell tönende Geschepper. Unterhalb von 3000/min benimmt sich die Getunte nicht viel anders als eine Serien-TRX. Zwischen 3000 und 4000/min stellt sich touristischer Wohlgenuss ein. Man schwebt auf einer Drehmomentwolke von rund 80 Nm und hat, bedingt durch den ausgewogenen Rundlauf des Motors, das Gefühl, einen weitaus großvolumigeren Zweizylinder zu fahren. Die penibel aufeinander abgestimmten sowie feingewuchteten Carillo-Pleuel und JE-Kolben machen sich da bemerkbar.

Oberhalb von 4500/min wird richtig Dampf in beide Kessel geleitet. Der Twin vibriert mäßig, hängt sauber am Gas und dreht, als gebe es kein Morgen mehr. Seine Höchstleistung von 111 PS gipfelt bei 8200/min, das maximale Drehmoment von 105 Nm liegt bei 6600 Touren an. Sportlich kräftig. Ganz und gar passend zum Fahrwerk: Gabel, Räder, Bremsanlage sowie Schwinge stammen von der Yamaha YZF 750 R und leisten hervorragende Arbeit. Der TRX-Umbau liegt satt, die Federung spricht sensibel an, bietet ausreichend Reserven, die Bremsen sind gut dosierbar.

Im Paket mit dem getunten Motor offenbart sich die Penner-TRX als rares Kleinod, dessen Wert nicht nach gängigen Kriterien zu beziffern ist.

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