Fahrbericht Performance-Ducati 999 S Druck-Fest

Ducatisti sind ein äußerst umbaufreudiges Völkchen. Was also liegt näher als dort, wo die Bologneser Schönheiten gekauft werden, auch das nötige Zubehör, quasi als Werks-Tuning, bereitzustellen? Weshalb Ducati ein riesiges Sortiment an Spezialteilen und Zubehör quer durch alle Modellreihen parat hält.

Dazu zählt natürlich in erster Linie alles, was die roten Renner schöner, stärker, schneller und leichter macht. Wie schnell und wie leicht demonstriert die von Ducati ausschließlich mit Teilen aus dem Performance-Katalog veredelte 999 S. Stattliche 28 Kilogramm, in Worten: achtundzwanzig, hat die Signora im Renntrimm abgespeckt. Bei gerade mal 190,2 Kilogramm vollgetankt bleibt die Redaktionswaage stehen. Klar, Lampen und Seitenständer fehlen. So richtig purzeln lassen die Pfunde aber erst die Rennverkleidung, etliche Kohlefaser-Anbauteile und vor allem die Dymag-Karbon-Räder.

Sie sollen laut Ducati rund 4,6 Kilogramm gegenüber den Serienrädern sparen. Auf jeden Fall verleihen sie der 999 eine Handlichkeit, mit der selbst noch so hundsgemeine Schikanen ihren Schrecken verlieren. Da kommt richtig Freude auf. Jawoll, so muss eine Renn-Duc ums Eck zacken. Kein Vergleich zum Körpereinsatz, der gefragt ist, wenn eine Serien-999 fix herumgerissen werden soll. Schnelles Umlegen von links nach rechts geht in Windeseile, zack, witscht die Rote durch die Schikane, Kurvenscheitel anvisieren, Hahn auf.

Und die Performance-Ducati marschiert voran, als wäre der Leibhaftige hinter ihr her. Beeindruckend der Antritt bei mittleren Drehzahlen, unwiderstehlich der Punch in hohen Lagen, garniert mit explosiver Drehfreude, die erst bei gewaltigen 11500/min endet. Ein Racing-Steuergerät gestattet dem Twin satte 1000 Umdrehungen mehr Auslauf als der Serie. Der helle Wahn. Nicht zuletzt, weil der Testastretta-Motor herzerfrischend kernig aus der Termignoni-Anlage mit den zwei stattlichen Öffnungen im Titan-Endtopf und ihren fetten 57er-Krümmern brüllt. Und von wegen, Hunde, die bellen, beißen nicht: 145 PS schickt der Zweizylinder an die sehr gut abgestimmte Anti-Hopping-Kupplung. Insbesondere leistet der Twin schon ab 9500/min permanent über 140 PS. Die Kraft wird über eine schmale, leichte 520er-Rennkette ans Hinterrad weitergereicht. Den Spaß auf der Performance 999 komplett machen außerdem funktionelle Kleinigkeiten wie die Ergal-Fußrasten, die mit ihrer feinen Rändelung perfekten Halt beim Abstützen geben. Nur ganz billig ist der Spaß nicht. Doch es muss ja nicht gleich das volle Programm sein.

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