Fahrbericht Suzuki RM-Z 450 Gemisch-Kalkulation

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Was im Straßensektor längst vollzogen ist, kommt nun im Offroad-Bereich: der Übergang in der Gemischaufbereitung vom Vergaser zur Einspritzung. Abgesehen von einigen Exoten ist Suzuki der erste Hersteller, der einen Crosser mit Einspritzung anbietet: Die neue RM-Z 450 hat für 2008 serienmäßig eine Keihin-Anlage, die ohne Batterie auskommt. Die Pumpe ist in den hübsch verarbeiteten Alu-Tank integriert. Der Drosselklappenkörper wirkt deutlich kompakter als der üblicherweise verwendete Keihin-Flachschiebervergaser mit all seinen Gestängen und Anbauteilen, zumal das Wirrwarr an Entlüftungs- und Überlaufschläuchen entfällt.

Neben der einfacheren Wartung – immer optimales Gemisch, kein Düsenwechsel – hat die Einspritzung den Vorteil, dass kein Kraftstoff vergeudet wird, denn beim Fahren träufelt kein Sprit aus irgend-welchen Schläuchen. Erste Eindrücke bestätigen, dass der Verbrauch gegenüber den bisherigen Vergasermodellen spürbar gesunken ist. Trotz kleinen Tankvolumens (6,2 Liter) dürften selbst lange Rennen in tiefem Sand kein Problem darstellen.
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Einen Gang mehr gibt es noch obendrauf

Tiefen Sand gab es reichlich bei der Präsentation auf der GP-Strecke im holländischen Valkensward. Leider unter ziemlich widrigen Streckenbedingungen, die keine Aussagen über die Fahrwerksqualitäten zulassen. Zumindest die motorischen Qualitäten konnte MOTORRAD-Tester Didi Lacher beurteilen. Das Ankicken gestaltet sich problemlos, meist läuft die RM-Z auf den ersten Tritt.

Die Abstimmung der Gemischaufbereitung ist offensichtlich ebenfalls bestens gelungen, im Ansprechverhalten lässt sich kein Unterschied zu einem Vergasermotor erkennen. Der Motor geht weich ans Gas und akzeptiert in jeder Situation plötzliches Gasaufreißen. Besonders drehfreudig wirkt der 450er zwar nicht, aber im unteren und mittleren Bereich kommt er kräftig zur Sache. Das Leistungsband fällt nicht sehr breit aus, dafür hilft das neue Getriebe, das einen fünften Gang erhielt, weiter. Ergonomisch hat sich ebenfalls einiges getan, die Maschine ist im Bereich Tank/Sitzbank schma­ler geworden. Nur der Lenker könnte etwas weniger stark nach hinten gekröpft sein. Leicht erhöht hat sich der Preis, dennoch bleibt die RM-Z mit 6790 Euro das günstigste Angebot in ihrer Kategorie. Ob sie sich gegen die übrigen 2008er-Modelle durchsetzen kann, wird die nächste Ausgabe von MOTORRAD zeigen. Da muss die Suzi ihre Talente im direkten Vergleich beweisen.
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