Fahrbericht Yamaha Neo‘s 50 4T Yamahas neuer Viertakt-Roller

"It never rains in Southern Catalunya." So ähnlich sang einst Albert Hammond. Was das katalanische Wetter aber ignorierte, weshalb Yamahas neuer Viertakt-Fuffi bei seiner Vorstellung in Barcelona gleich mehrfach wassergekühlt wurde.

Foto: Yamaha
Bereits seit 1997 erfreut sich der Neo’s bei seiner überdurchschnittlich oft weiblichen Kundschaft großer Beliebtheit. Damit dies so bleibt, wurden für 2008 das Kleid etwas geliftet und die Linien gestrafft. Und für 2009 bekommt der Yamaha-50er wahlweise auch ein neues Herz: Dem bewährten und robusten luftgekühlten Zweitakter steht ab sofort für 255 Euro Aufpreis ein neu entwickelter, wassergekühlter Viertakter zur Seite. Seine drei Ventile werden von einer oben liegenden Nockenwelle gesteuert, eine moderne Einspritzanlage sorgt für das passende Gemisch. Gälte die Euro-3-Norm auch für Fuffis, so würde der Neo’s deren Grenzwerte locker unterbieten. Ein besonderer Clou des kultivierten Einzylinders ist die Unterbringung des Wasserkühlers direkt am Kurbelgehäuse, sodass die komplette Antriebseinheit ohne Probleme auch in anderen, bislang luft-gekühlten Modellen Platz finden kann. Trotz sieben Grad Außentemperatur und strömendem Regen verläuft der erste Kontakt mit dem freundlich grinsenden Neo’s erfreulich. Hinter dem Beinschild verdienen sowohl Wetterschutz als auch Beinfreiheit Lob. Dank kaum vorhandener Ausstattung gibt die Bedienung keine Rätsel auf. Das Helmfach reicht für Jethelme, bei großen Integralen dürfte es knapp werden. Das kreisrunde, blau illuminierte Cockpit (beim Zweitakter leuchtet es orange) zeigt neben allen erforderlichen Angaben auch die Uhrzeit und den Tankinhalt an.

Und wie fährt sich der knuffige Fuffi? Spurtstark im Stau und spritzig im Regen. Auf seinen Zwölfzöllern umzirkelt er leichtfüßig und dennoch stabil die Autokolonnen. Die Continental-Zippy-1-Reifen präsentieren sich als „Drei-Wetter-Haft“ und erwecken auch unter widrigen Umständen Vertrauen. Der drehfreudige Antrieb hängt willig am Gas und glänzt mit sauberer Variomatik-Abstimmung. Viel zu schnell wird der Vorwärtsdrang bei den erlaubten 45 km/h eingebremst. Die Beschleunigung ist ordentlich, wenngleich sie mit der eines Zweitakters nicht mithalten kann. Unterm Strich präsentiert sich Yamahas Viertakt-Neo’s als durchdachter und praxis-tauglicher Alltags-Scooter, dessen weiterem Erfolg (bislang über 450000 gebaute Exemplare) der neue Motor mit Sicherheit förderlich sein wird.

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