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Frankenberger Ducati Desmo-Demon 900 im Test Limited Edition Racebike

Luft, Erde, Feuer und Wasser sind die Elemente des Universums. Um mit dem Motorrad glücklich zu werden, kann man das Wasser getrost weglassen, wie Frankenbergers Ducati Desmo-Demon 900 beweist.

Foto: fact

Die Idee ist uralt, entsprechend einfach und deswegen saugut. Sie lautet: Unnötiges weglassen und sich aufs Wesentliche konzentrieren. Smart brachte diese Weisheit der Racing-Steinzeit mit dem Slogan „Reduce to the max“ trefflich auf den Punkt. Wer nicht gerade MotoGP fahren will und sich an diesem Motto orientiert, kann so faszinierende Bikes auf die Räder stellen wie Thomas Frankenberger von Moto-Officina (www.moto-officina.de) bei Würzburg. Er baute über die letzten Jahre für den Sohnemann Fabio einen klassisch luftgekühlten Racer auf, an dem nur dran ist, was dran sein muss.

Basis des Brenners ist ein „Desmo Demon“-Kit von Ducati Kämna. Das Grundgerüst im wahrsten Wortsinn stellt ein Ducati 999-Rahmen dar, dessen -Rahmenheck-Aufnahmen umgeschweißt sind. Die statt des Originalhecks angeschraubten, filigranen Alu-Trägerchen stützen das aus GfK geformte, selbsttragende Rahmenheck ab, welches Sitzbank, Auspuffhalter und Heckteil in einem ist. Ebenfalls im Kit enthalten ist der formvollendet geschweißte, zentral hinter und unter dem Lenkkopf untergebrachte, 12 Liter fassende Alu-Tank. Unter der eigentlichen Tankhaube verbirgt sich lediglich der Einfüllstutzen und jede Menge Luft. Das Fahrwerk selbst wird von einer Öhlins FG43-Gabel und einem Federbein aus einer 999 R, die auch die Schwinge spendierte, abgerundet.

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Grobschmutzgitter gegen das Ansaugen von Hunden, Katzen und sonstigem Getier.
Grobschmutzgitter gegen das Ansaugen von Hunden, Katzen und sonstigem Getier.

Befeuert wird die Rakete von einem altehrwürdigen 900er-Twin aus einer SS 900. Dank Einspritzung und 45-Millimeter-Ansaugdurchlässen sowie einigem Feinschliff drückt der Twin 85 PS und 90 Newtonmeter. Damit ist der Renner ordentlich bestückt, doch eine Big Bore-Variante mit 1078 Kubik steht bereits auf Frankenbergers Werkbank und soll für die 2013er-Saison implantiert werden. In der Regel leisten diese Motoren um die 115 PS und stemmen 100 Newtonmeter.

Warum erst mit dem „zahmen“ Motor gefahren wurde, ist schnell erklärt. Papa Thomas wollte den beim Erstkontakt mit der Demon erst 13-jährigen Fabio, der bis dahin auf den 34 PS starken Junior-Cup-Bikes unterwegs war, nicht gleich mit einer 600er oder einem über 100 PS starken Twin überfordern. Beim Umstieg auf die knapp 150 Kilogramm schwere Demon sollte sich Fabio voll und ganz aufs Fahren mit dem großen Motorrad konzentrieren können. Was auch gelang, denn bei den von Art Motor ausgetragenen „Supertwins mit zwei Ventilen“ konnte sich Fabio auf Anhieb im Mittelfeld behaupten.

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Die originalen Heckrahmenaufnahmen sind weg, neue Laschen für die Aluhalter des Hecks angeschweißt.
Die originalen Heckrahmenaufnahmen sind weg, neue Laschen für die Aluhalter des Hecks angeschweißt.

Dabei haben ihm die leichten Magnesium-Schmiederäder von Marchesini und die radiale 19er-Brembo-Handbremspumpe sicherlich geholfen. Ebenso hat die nachgerüstete Anti-Hopping-Kupplung, die dem Umsteiger vom Zwei- auf Viertaktmotor das Leben in der Bremszone erleichtert, ihren Teil zu den guten Platzierungen beigetragen. Wo die Reise dieses Jahr mit dem dicken Motor hingeht, bleibt abzuwarten.

Sicher ist nur, dass Wasserkühlung, 200 PS und elektronische Helferlein zwar ihren Reiz haben, aber überflüssig sind. Zumindest dann, wenn man als Hobbyracer und Genussbrenner auch die Individualität im Fokus hat. Und die ist bei einer Desmo-Demon immer und überall gegeben. Denn selbst wenn sich zwei Demons auf der Strecke begegnen, ist doch keine wie die andere. Sie funktionieren nur nach dem selben Prinzip: Weglassen, was unnötig ist. Und dazu gehört eben auch die Wasserkühlung.

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