Ganz von vorne Honda CBR 1000 RR Fireblade

Die Behauptung, dass nie ein Fireblade-Jahrgang mit so viel Spannung erwartet wurde wie der 2004er, wäre eine glatte Lüge. Denn obwohl die neue 1000er-Blade jeden Sportfahrer mit den Hufen scharren lässt, gilt: Auch die werten Mitbewerber schicken ganz heiße Eisen ins erbarmungslose Supersport-Wettrüsten.1992 war das anders. Weil vor zwölf Jahren die Fireblade anders war. Ganz anders als der Rest der Sportlerwelt jedenfalls. Der hatte nämlich seit Erscheinen der Suzuki GSX-R 750 anno 1984 beträchtlich Speck angesetzt. Die Fireblade setzte mit »nur« 125 PS in der offenen Version (damals galt das freiwillige 100-PS-Limit), »nur« 893 Kubikzentimetern, aber eben auch nur 206 Kilogramm ganz neue, ganz andere Eckdaten und wurde so zum ersten Supersportler moderner Prägung. Zum Vergleich: Eine Suzuki GSX-R 1100 wog damals 246 Kilogramm.Die Konkurrenz brauchte dann Jahre, um sich annähernd an die Gewichtsvorgabe der Honda Fireblade heranzurobben. Nicht zuletzt, weil die niemals Fett ansetzte. Etwas gemäßigter wurde sie in Sachen Windschutz bei der ersten Modellpflege 1994, doch lediglich ein Kilogramm schwerer. Zwei Jahre später folgte eine um-fassende Überarbeitung von Fahrwerk und Motormit Hubraumerweiterung auf 918 cm3 und 128 PS. 1998: neues Outfit, Sitzposition weiter entschärft, Fahrwerk und Bremsen erneut überarbeitet, zwei PS mehr. Im Verhältnis Leistung/Gewicht waren die anderen aber schon dran oder hatten gar überholt. 1998 debütierte die Yamaha YZF-R1.Honda reagierte zur Jahrtausendwende. Und zwar heftig. Alles neu, alles anders, alles rekordverdächtig. 195 Kilogramm vollgetankt sollte die Feuerklinge wiegen und dabei von 151 PS (ohne Kat) beschleunigt werden. Ganz so leicht – und vor allem ganz so stark – war sie dann doch nicht. Aber sonst: Nun endlich mit 17-Zoll-Vorderrad, mit Upside-down-Gabel und mit G-Kat – die Fireblade sorgte weiter für Furore. Und gewann weiter Vergleichstests.Trotzdem wollte Honda es wissen. Für 2002 erhöhte man den ohnehin schon auf 929 Kubikzentimeter gewachsenen Hubraum auf deren 954, versprach jedoch nicht mehr Leistung, sondern hielt die Versprechungen für das Vorgängermodell weitgehend ein. In Sachen Gewicht hingegen gab es eine Punktlandung: 199 Kilogramm vollgetankt. Damit hatten 144 PS an der Kupplung mitunter so leichtes Spiel, dass der Blade die Gäule und den Fahrern die Lenkerenden durchgingen.

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