Limited Edition: Hertrampf-Ducati Diavel Aufbereitete Ducati mit höllischem Dampf

Eine Ducati Diavel, die ihren Namen verdient. Diese aufbereitete Duc hat höllisch viel Dampf, einen infernalischen Sound und ein echt böses Wesen. Kein Zweifel: Der Leibhaftige würde diesen Umbau reiten.

Foto: jkuenstle.de

Ortsausgang, irgendwo im schwäbischen Hinterland. Die Gashand klappt nach unten. Ohrenbetäubendes Krachen zerreißt das ländliche Idyll; ein Sound, als ob die Hölle explodiert. Verursacht vom offenen Zubehörauspuff, der an der aufgemotzten Ducati Diavel steckt und eine dermaßen brutale Klangkulisse ins Freie hämmert, dass Normalsterbliche bei -gespanntem Kabel alles für einen Satz Ohrenstöpsel geben. "Geil!", sagen die einen. "Too much", befinden andere. Zu Letzteren dürften die meisten Anwohner beliebter Motorradrouten zählen, ganz bestimmt gehören Sheriffs dazu.

Einige Vorteile des Auspuffs an der vom norddeutschen Händler Hertrampf (www.ducatiplus.de) aufgebauten Ducati Diavel sind jedoch unbestritten: Mit ihren Kohlefaser-ummantelten, trichterförmigen Endrohren sieht die Anlage phänomenal aus und stellt das Original deutlich in den Schatten. Zudem hilft sie, Gewicht zu sparen: Mit 227 Kilogramm wiegt die Hertrampf-Ducati Diavel rund 10 Kilo weniger als das Serienbike. Ferner atmet die Komplettanlage dank fehlender Innereien wie Katalysatoren oder Geräuschdämmung viel freier aus, was bei entsprechendem Abgasvolumen die Leistung steigert.

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Foto: Jkuenstle.de

Für möglichst viel Zylinderfüllung bearbeitete Hertrampf die Kanäle der Ducati Diavel im Zylinderkopf und programmierte die originale elektronische Motorsteuerung um. "Über den gesamten Drehzahlbereich liegen wir bei Leistung und Drehmoment deutlich über der Serie. Außerdem geht unsere Diavel wesentlich spontaner ans Gas", schwärmt der Tuner. Stimmt. Besonders zu spüren ist die Kur zwischen 3000/min und 7000/min, wo die getunte Ducati Diavel jede kleine Bewegung des Gasgriffs in rasanten Vorwärtsdrang umwandelt. Wer in diesem Bereich den Hahn voll spannt, surft auf einer riesigen Drehmomentwelle Richtung Ewigkeit - einfach herrlich! Motorseitig blieb bis auf diese Änderungen alles beim Alten. Was wieder einmal verdeutlicht, wie viel zusätzlichen Punch geschickte Tüftler mit überschaubarem Aufwand aus einem Serientriebwerk herauspressen können, wenn sie Geräusch- und Abgasemissionen außer Acht lassen.

Weiteres Potenzial steckt im Fahrwerk der Ducati Diavel. Um es auszuschöpfen, baute Hertrampf die originale Gabel komplett um und ersetzte das Standard-Federbein durch eines von Öhlins. Front und Heck sprechen zwar sauber an und glätten die meisten Asphaltfurchen tadellos. Dennoch geriet zumindest die Abstimmung des Federbeins recht straff und verlangt auf üblem Geläuf für akzeptablen Komfort eine komplett geöffnete Druckstufen-Dämpfung.

Im Gegensatz dazu geht die überarbeitete Gabel der Ducati Diavel beim scharfen Bremsen über tiefe Bodenwellen bisweilen metallisch-hart auf Block. Unterm Strich arbeitet sie aber fühlbar besser als das Serienpendant, für das wir bei einem Vergleichstest keine optimale Abstimmung finden konnten (PS 10/2011). Unverändert  blieb die fürs Power-Cruisen stilechte, lässige Sitzposition.

Für ein höllisches Outfit lackierte Hertrampf einige Verkleidungsteile der Ducati Diavel in knalligem Rot und spendierte ihr darüber hinaus eine andere Brems- und Kupplungsarmatur. Außerdem glänzt das Bike mit eloxierten Lenkergriffen. Die fallen allerdings etwas dicker aus als die Originale, was ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Doch wer mit diesem Bike in der Hölle tanzt, kann über solche Lappalien nur lachen. Teuflisch lachen.

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Foto: jkuenstle.de

Technische Daten

Technische Daten

Antrieb  

Zweizylinder-90-Grad-V-Motor, 4 Ventile/Zylinder, 116 kW (158 PS) bei 9200/min*, Drehmoment: 131 Nm bei 7900/min*, 1198 cm³, Bohrung/Hub: 106,0/67,9 mm, Verdichtung: 11,5:1, Zünd-/Einspritzanlage, 56-mm-Drosselklappen, hydraulisch betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsgang-getriebe, G-Kat, Kette 

 

Fahrwerk  

Stahl-Gitterrohrrahmen, Lenkkopfwinkel: 62,0 Grad, Nachlauf: 130 mm, Radstand: 1590 mm, Upside-down-Gabel, Ø Gabelinnenrohr: 50 mm, Zentralfederbein mit Umlenkung, Federweg vorn/hinten: 130/120 mm

 

Räder und Bremsen  

Leichtmetall-Gussräder, 3,50 x 17 /8,00 x 17, Reifen vorn: 120/70 ZR 17, hinten: 240/45 ZR 17, Bereifung: Pirelli Diablo Rosso II, 320-mm-Doppelscheibenbremse mit Vierkolben-Fest-sätteln vorn, 256-mm-Einzelscheibe mit Zweikolben-Schwimmsattel hinten

 

Gewicht  227 Kilogramm vollgetankt

Preis  34 900 Euro 

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