Golf-Strom

Der Golf-Turbodiesel sorgt im Honda CBR-Chassis für ansprechende Fahrleistungen

Auch der Franke Werner Bratenstein ist vom dieselnden Zweirad überzeugt. Mit erheblichem Aufwand baute der Maschinenbautechniker eine Honda CBR 1000 zur CBR 1600 TD um. Um das Triebwerk des Golf Turbodiesel mit 1,6 Liter Hubraum im Rahmen der Honda unterzubringen, schnitt er das Chassis kurzerhand in der Mitte auseinander und verlängerte es mit einge-
schweißten Profilen. Ähnlich rigoros ging er bei der Kraftübertragung zu Werke. Er trennte das Getriebegehäuse der CBR ab, verschloss es an der Vorderseite mit einer Aluplatte und platzierte es hinter dem Turbodiesel. Der Primärantrieb
erfolgt mittels Zahnriemen. Tank und Verkleidung verlängerte er, so dass die CBR 1600 TD von
außen wie eine Stretch-CBR 1000 wirkt. An der Front dominiert allerdings der riesige Kühler unter der Zubehörverkleidung.
Stretching ist ebenfalls für den Fahrer angesagt, der sich deutlich stärker über den Tank spannen muss als beim Original. Sowohl die
Sitzposition als auch der ellenlange Radstand und das hohe Gewicht machen sich im Fahrbetrieb negativ bemerkbar. Die von Haus aus schon
nicht superhandliche CBR hat nochmals an
Agilität verloren.
Der Motor verleugnet in keinem Moment die Zugehörigkeit zur ersten Turbodiesel-Generation. Unter 2000 Umdrehungen müht sich der Vierzylinder redlich, um schließlich förmlich zu »explodieren«. Zum flotten Vorwärtskommen will der Diesel im Gegensatz zu heutigen Selbstzündern bis an den roten Bereich bei 5100/min gedreht werden, setzt sich dann aber gut in Szene. 70 PS erlauben eine durchaus flotte Gangart und reichen für über 180 km/h Höchstgeschwindigkeit. Seit kurzem kann Werner Bratenstein sogar ganz legal durch die Lande dieseln. Er hat eine amtliche
Zulassung für seine CBR 1600 TD bekommen.

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