Historie

Nichts war dem rennverrückten Grafen Agusta wichtiger als der Erfolg seiner Rennmaschinen. Mit viel Geld und den besten Technikern lockte er auch die besten Fahrer in seine Scuderia. Giacomo Agostini zum Beispiel, 13facher Weltmeister auf MV und das Idol par excellence. Straßenmaschinen produzierte man eher nebenher. 150er Einzylinder-Viertakter für jedermann, eine 350er OHV-Zweizylinder fürs gehobene Publikum und Anfang der 70er Jahre das Highlight für gut Betuchte: die 750 S, die an jedem Motorradtreffpunkt für einen gehörigen Auflauf sorgte. Der Vierzylinder mit den offenen Dellorto-Vergasern basierte auf den Rennmotoren der 60er Jahre und präsentierte sich für damalige Verhältnisse als technischer Überflieger: zwei obenliegende Nockenwellen mit Tassenstößel, über Stirnräder angetrieben. Zur einfacheren Montage wurde das Zylinderbankett mitsamt Nockenwellenantrieb und Kurbelwellenlagerung auf dem einteiligen Motorengehäuse verschraubt (Foto rechts). Die Getriebewellen steckten seitlich im einteiligen Gehäuse, der klotzige Kardan konnte durch einen Umbausatz von Rennchef Arturo Magni auf Kette umgerüstet werden. Und überhaupt wurde viel nach- und umgebaut, denn die 750 S war genau genommen eine - wenn auch bildschöne - Panne. Ende der 70er Jahre stellten die Italiener die Produktion ihrer Motorräder ein.

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